Wer führt CSU in die Bundestagswahl?

Kommentar: Warum Seehofer bleibt

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Horst Seehofer hält sich eine Spitzenkandidatur für den Bundestag offen, wurde vermeldet. Offensichtlich kokettiert der Ministerpräsident nur mit möglichen Ambitionen. Ein Kommentar von Mike Schier. 

In Zeiten wie diesen muss man sich fast ein wenig freuen, wenn die eine oder andere „Nachricht“ verdächtig nach Sommerloch klingt. „Seehofer hält sich eine Spitzenkandidatur für den Bundestag offen“, wurde nach dem Sommerinterview des Ministerpräsidenten vermeldet. So, als könnte der aktuell weitgehend auf Augenhöhe agierende CSU-Chef im Herbst 2017 mit zarten 68 Jahren wieder an seine alte Wirkungsstätte Berlin ziehen, um womöglich unter (!) einer Kanzlerin Angela Merkel (!!) als einfacher Minister Dienst zu tun.

Schon diese Vorstellung zeigt, wie unrealistisch das Szenario ist. Wesentlich wahrscheinlicher: Seehofer kokettiert nur mit möglichen Ambitionen, weil ihn das erstens in den Schlagzeilen hält und zweitens in Berlin für Nervosität sorgt. Auch die eigene Landesgruppe, der der Parteichef schon öfter eine gewisse Verschnarchtheit attestierte, kann er auf diese Weise noch einmal daran erinnern, wer in der CSU das Sagen hat.

Die Zeiten aber, in denen man lautstark für Berlin kandidiert und dann kleinlaut in München bleibt, sind spätestens nach Edmund Stoiber vorbei. Zöge es Seehofer tatsächlich zurück in die Bundespolitik, müsste er sich zudem mit seinem wahrscheinlichsten Nachfolger Markus Söder arrangieren. Auch das darf, trotz frisch ausgebrochener Männerharmonie, als ausgeschlossen gelten. Spannender sind eher zwei andere Szenarien. Das wahrscheinlichste: Der Spitzenkandidat heißt Alexander Dobrindt. Nicht ausschließen sollte man aber einen Überraschungscoup: Die CSU verfügt schließlich über Schwergewichte im bayerischen Kabinett – auch auf Themenfeldern, die in Berlin plötzlich in den Mittelpunkt rücken.

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