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Politik-Redakteur Werner Menner.

Türkische Panzer in Syrien

Kommentar: Warum hat die Türkei so lange gezögert?

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München - In Syrien besteht kein Mangel an Feinden, nun ist noch eine Partei dazugekommen: die Türkei. Was bedeutet das späte Eingreifen in den seit Jahren andauernden Konflikt?

Seit mehr als fünf Jahren tobt der Bürgerkrieg in Syrien. Ein Ende – selbst ein Ende mit Schrecken – ist ferner denn je. Jeder gegen jeden, und jeder mit anderen Zielen. Was bisher noch fehlte bei diesem systematischen Morden und Zerstören – bei dem es einen eindeutigen Sieger nicht geben kann –, war eine direkte Beteiligung der benachbarten Türkei. Ankaras Panzer haben wieder einmal Fakten geschaffen. Die Türkei tut alles, um für die Nato zu einem gefährlichen Mitglied zu werden.

Überraschend ist nicht der Angriff auf Syrien, sondern die Tatsache, dass er so lange auf sich warten ließ. Es geht Ankara vorrangig nicht darum, den IS – zu dem ja viele und gute Beziehungen bestehen – in die Knie zu zwingen, sondern die Kurden zu stoppen. Deren militärische Erfolge beunruhigen, denn sie drohen zu einem zusammenhängenden Kurdengebiet zu führen – und auch bei den in der Türkei lebenden Kurden die Hoffnung auf einen eigenen Staat zu befeuern. Dass Ankara mit dem Einmarsch in Syrien auch die USA düpiert, die der verlässlichste Partner der Kurden im Kampf gegen den IS sind, passt perfekt in das Jeder-gegen-jeden-Bild.

Die Türken werden in Syrien bleiben. Vermutlich sogar sehr lange. An Argumenten dafür mangelt es Ankara so wenig wie an Gegnern. Der blutige Konflikt allerdings ist damit noch komplizierter und eine Lösung (politisch wie militärisch) nahezu unmöglich geworden. Gezielt?

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