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Georg Anastasiadis

Türkische Schulen in Deutschland

Kommentar: Was Erdogan mit seinen  Schulen in  Deutschland bezweckt

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Bundesaußenminister Heiko Maas gibt bereits grünes Licht: Er befürwortet den Plan Ankaras, in Deutschland drei türkische Schulen zu gründen. Für die Integration ist das keine gute Nachricht. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis. 

Frechheit siegt – mal wieder: Nachdem der türkische Präsident Erdogan über Nacht die deutsche Schule in Izmir hat schließen lassen, will Berlin im Gegenzug für die Wiedereröffnung die Gründung dreier türkischer Schulen in Deutschland genehmigen. Das ist ein in jeder Hinsicht schwieriges Signal: Wieder darf sich Erdogan in seiner Auffassung bestätigt sehen, dass Europa auf Druck einknickt. Und auch integrationspolitisch ist die Einrichtung türkischer Unterrichtseinrichtungen ein Fehler. Mag Ankara noch so oft beteuern, die deutsche Schulaufsicht zu respektieren – zu befürchten ist, dass türkischen Kindern in türkischen Schulen türkische Werte und Rollenbilder eingeimpft werden.

Das ist hochproblematisch in einer Zeit, in der sich die Türkei in hohem Tempo von allem wegbewegt, was Europäern wichtig ist. Erdogan verstärkt so seinen Zugriff auf die Deutschtürken, die er als seinen Hebel betrachtet, um auf die Berliner Politik einwirken zu können. Schon jetzt erfährt sein autoritäres Gebaren gerade unter den Deutschtürken ein hohes Maß an Zustimmung. Dafür sorgt maßgeblich das bei uns überall empfangbare türkische (Staats-)Fernsehen. Schulen sind ein wichtiger Begegnungsort, wo sich deutsche und türkische Kinder kennen- und verstehen lernen. Sie zu trennen verfestigt die bestehenden Parallelgesellschaften. Das können eigentlich nur türkische Eltern wollen, die sich für ihre Söhne und Töchter möglichst wenig Berührung mit der liberalen Lebensart ihres Gastlandes wünschen. Ganz im Sinne Erdogans.

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