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US-Einsatz in Syrien

Kommentar: Weltpolizist wider Willen

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Ein Weltpolizist wollte Donald Trump nie sein. Das hat er im Wahlkampf klar gemacht. Doch er hat auch immer wieder kritisiert, dass sein Vorgänger Obama Syriens Diktator Assad 2013 das Überschreiten einer roten Linie ungestraft erlaubt hatte. Ein Kommentar von Friedemann Diederichs.

Der von Moskau vorgeschlagene und von Obama so gepriesene „Deal“ zur Aufgabe aller syrischen Chemiewaffen war – wie die jüngste Attacke zeigte – ein Kuhhandel, politische Selbsttäuschung. Die internationale Gemeinschaft war nie in der Lage, die Vereinbarung zu verifizieren. Die Bilder Dutzender zu Tode gekommener Kinder ließen deshalb dem US-Präsidenten und seinen Generälen jetzt kaum eine andere Wahl. Wer sonst sollte solche Grausamkeiten stoppen? Die EU?

Mit dem Militärschlag, über den Trump zur Minimierung des diplomatischen Schadens vorab das nun erwartungsgemäß empörte Moskau informiert hatte, sendete er ein notwendiges Signal: Verbrechen gegen die Humanität auf einer größeren Skala werden nicht toleriert, ungeachtet des erneut paralysierten UN-Sicherheitsrats. Dies war übrigens auch die Argumentation der Nato 1999, als sie den Genozid im Kosovo stoppte.

Gerade in Europa könnte die Aktion Trumps nun Ängste auslösen, der für viele als unberechenbar geltende Präsident setze auf Kriegstreiberei. Doch auch eine Hillary Clinton im Weißen Haus, die ebenfalls Obama für sein Aussitzen kritisierte, hätte die Marschflugkörper wohl gestartet. Auf einem ganz anderen Blatt steht allerdings die Frage: Wie sieht Trump die Zukunft Assads? Die Aussagen vor dem Militärschlag deuten darauf hin, dass das Weiße Haus kein großes Interesse hat, aktiv auf einen Regimewechsel hinzuarbeiten.

Rubriklistenbild: © fkn

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