Kommentar von Werner Menner

Abschiebungen nach Afghanistan: Der einfachere Weg?

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München - Die Flüchtlingszahlen steigen, die Bundesregierung will deutlich mehr Flüchtlinge aus Afghanistan in ihr Heimatland abschieben. Doch ist das die richtige Lösung? Ein Kommentar von Werner Menner.

Afghanistan ist kein sicheres Herkunftsland. Nicht die Regierungstruppen dominieren. Auf dem Vormarsch sind die Taliban, El-Kaida-Horden und die IS-Halsabschneider, die nun auch am Hindukusch ihre grauenvolle Vision von einem Kalifat des Todes verwirklichen wollen. Afghanistan ist ein Hort der Anarchie – mit Oasen, in denen die Kabuler Regierung die Illusion von Macht im gesamten Land aufrecht erhält. Kaum ein Mensch in diesem geschundenen Land hat je Zeiten des Friedens erlebt. Es ist auch der Mangel an Perspektiven, der Unzählige in die Flucht treibt.

Viele der Bürger Afghanistans haben mit den deutschen oder anderen alliierten Truppen kooperiert, haben sie unterstützt oder für sie gearbeitet. Sie taten es, um ihr Leben bestreiten zu können. Der Westen lobt sie gerne als Hoffnungsträger, für die Taliban hingegen sind sie nur Verräter. Und Verrätern droht der Tod.

Natürlich stellt sich die Frage, wer das neue Afghanistan aufbauen soll, wenn vor allem die jungen Kräfte fliehen? Aber was für ein Land? Jenes, das die Alliierten zu schaffen versprachen, gibt es nicht, und das der Taliban wollen sie nicht. Der Westen hat auch diesen Krieg verloren; die Fluchtwelle gehört zu den Folgen. Deutschland und die Europäer werden die Konsequenzen nicht einfach abschütteln können, auch wenn es der einfachere Weg wäre.

Lesen Sie hier: Bundesregierung will mehr Afghanen abschieben

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