Wandergruppe verschüttet? Lawinenabgang im Berchtesgadener Land

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Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis

Ein transatlantisches Politikum

Kommentar: Die Deutsche Bank - ein Spielball der Spekulanten

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München - Der Aktienkurs der Deutschen Bank ist im freien Fall, die Anleger sind in Panik. Wie geht es weiter? Ein Kommentar. 

Noch ist das letzte Kapitel im Drama um die Deutsche Bank nicht geschrieben. Zum Klassiker im großen Buch der deutschen Wirtschaftsgeschichte taugt die Story aber schon jetzt. Sie handelt vom Hochmut und Fall einer Bank, von der Hybris selbstsüchtiger Manager und davon, dass im Geldgeschäft am Ende nur ein Kapital zählt: Vertrauen.

Das hat die „Deutsche“, die sich in der Ära Ackermann aufführte wie ein kriminelles Syndikat, verspielt. Und zwar so gründlich, dass die einst zweitmächtigste Bank der Welt jetzt selbst zum Spielball anderer Mächtiger geworden ist: etwa von US-Hedgefonds, die Pleitegerüchte streuen, nicht ohne zuvor auf einen fallenden Aktienkurs gewettet zu haben – was das Papier der Bank am Freitag zeitweilig unter 10 Euro drückte. Oder der US-Justiz: Sie trat mit Indiskretionen über Milliardenstrafforderungen die jüngste Lawine los. Um einen Rivalen der US-Bankriesen zu schwächen? Als Retourkutsche für die EU-Forderungen gegen Apple? Wie auch immer: Die nach heftigen Börsenturbulenzen in Deutschland von den US-Behörden am Freitagabend hastig verkündete Reduzierung der Strafe zeigt, dass der Fall Deutsche Bank längst zum transatlantischen Politikum geworden ist. Zu einem Fall für Merkel und Obama.

Staatsgeld könnte die Rettung sein

Doch so irritierend das brutale Vorgehen der Amerikaner auch sein mag: In die desolate Lage, in der horrende Strafen für alte Sünden die kargen Erträge auffressen und fallende Aktienkurse und die Panik der Anleger sich gegenseitig verstärken, hat sich die Bank selbst gebracht. Dass sie nach der Skandalära Ackermann mit Anshu Jain ausgerechnet den Paten des Manipulations-Systems an die Spitze beförderte, war ein unverzeihlicher Fehler des Aufsichtsratschefs Achleitner. Wie Hohngelächter hallen angesichts der Talfahrt der Aktie in den Börsensälen heute die Worte Ackermanns wider, er würde sich „schämen, wenn wir in der Krise Staatsgeld annehmen würden“. Für seinen hart an einem Strategiewechsel arbeitenden Nachfolger John Cryan und zehntausende Angestellte könnte genau das die Rettung sein. 

Selbst die zwangsweise Rekapitalisierung des taumelnden Geldhauses durch die Regierung darf kein Tabu sein, wenn das Vertrauen anders nicht zurückzugewinnen wäre und die Krise der Bank ansonsten das gesamte Finanzsystem anzustecken drohte. Übrigens: Für Amerikas Steuerzahler wurde die vorübergehende Teilverstaatlichung ihrer Banken in der Finanzkrise am Ende zum Geschäft ihres Lebens.

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