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Frisches Geld für Athen

Kommentar zu Griechenland: Unwahrheiten

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Griechenland bekommt eine erneute Finanzspritze. Doch das, was dadurch an Reformen übrig bleibt, treibt griechische Rentner in die Armut und Verzweiflung. Ein Kommentar von Christian Deutschländer. 

Das griechische Rettungsdrama, ein Viel-Akter, nimmt immer den selben Ablauf: Die griechische Regierung verspricht Reformen, die Gläubiger zahlen, in Athen verhindern Generalstreiks einen Großteil der Einschnitte, die Gläubiger zahlen trotzdem. Dann ist ein halbes Jahr Ruhe, bis das Geld weg ist und das Spektakel von vorne beginnt. Das klingt spaßig, verliert aber in der Detailbetrachtung jede Komik: Das, was an Reformen übrig bleibt, treibt griechische Rentner in die Armut und Verzweiflung. Und genügt aber nie, um den zutiefst maroden Staat und das Investitionsklima so zu stabilisieren, dass echtes Wachstum das Land aus der Krise führen kann.

So ist auch die trübe Aussicht nach dem jüngsten Kompromiss zwischen Griechen und Gläubigern bestenfalls, dass heuer so weitergewurstelt wird. So zynisch es klingen mag: Der demokratische Zyklus aus Wahlen und Angst vor Machtverlust verlängert die griechische Krise Jahr um Jahr. Die linksradikale Athener Regierung wird stets nur so viel an Reformen wagen, dass sie vom Volk gerade noch nicht aus dem Amt gefegt wird. Und selbst wenn sie das würde, selbst wenn dann Konservative ans Ruder kämen, die Europa genehmer wären – auch neue Minister hätten doch kaum mehr Handlungsspielraum.

Teil des griechischen Dramas ist auch eine Unwahrheit auf Seiten der Gläubiger. Oder würde ein deutscher Finanzminister vor der Bundestagswahl eingestehen wollen, dass die meisten Hilfsmilliarden in Wahrheit längst abzuschreiben sind? Das würde den Zorn der Wähler hier heben und den Reformdruck auf Athen senken. Vorerst bleibt es bei der durchschaubaren Notlüge, in Griechenland entwickelten sich die Dinge zum Besseren.

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