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MM-Redakteur Til Huber.

Grundsatzrede von Österreichs Kanzler Kern

Kommentar: Die neue Macht der Politik

Versucht da jemand, ein Erfolgsmodell zu kopieren? Österreichs Bundeskanzler Christian Kern schlägt wegen einer üppig inszenierten Grundsatzrede Misstrauen entgegen. Merkur-Redakteur Til Huber kommentiert.

Und es stimmt ja auch: Sein „Österreich wieder stark machen“ ist eine unübersehbare Anlehnung an das „Make America great again“ des künftigen US-Präsidenten Donald Trump. Die Frage ist aber: Was ist daran schlecht?

Trump ist Egozentriker. Schwer berechenbar. Möglicherweise eine Gefahr für Europa. Aber bei aller Skepsis, was seine Ziele betrifft – der Erfolg des Unkonventionellen hat eine Sehnsucht offenbart: den Wunsch nach der Rückkehr des Politischen. Jahrzehntelang verfestigte sich das Bild einer politischen Klasse, die den Lauf der Welt nur moderierte. Finanzmärkte, Jobverluste, Klimawandel: kaum zu stoppen. Die Mächtigen schienen woanders zu sitzen.

Trumps Gepolter lässt sich auch als Feldversuch deuten, diese Verhältnisse auf den Kopf zu stellen. Und auch Kern hat offenbar erkannt, dass sich immer weniger Bürger mit dem Label „alternativlos“ zufriedengeben. Man kann seine Ankündigungen großspurig nennen. An einem führt aber auch für die Etablierten in Deutschland angesichts ihrer populistischen Herausforderer kein Weg mehr vorbei: Zu zeigen, dass Politik einen Unterschied machen kann.

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