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Mike Schier.

Präsident tritt nicht zur Wiederwahl an

Kommentar zu Hollande: Der Gescheiterte

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Frankreichs Staatschef François Hollande will nicht mehr für eine weitere Amtszeit kandidieren. In seinem Lager sorgt das für Erleichterung - aber auch für große Unsicherheit. Ein Kommentar. 

François Hollande erspart sich eine einzigartige Blamage: Der historisch unbeliebte Präsident hat in den vergangenen Jahren nahezu alles falsch gemacht. Früh war klar, dass er die Wähler nach seinem auf unrealistischen Versprechen basierenden Wahlsieg enttäuschen würde. Dazu kamen grobe Schnitzer, die auch die Sozialisten gegen ihn aufbrachten – politische, aber vor allem private: Erinnert sei an amouröse Affären, den Luxusfriseur oder ein Interviewbuch, in dem der erste Mann im Staat über Parteifreunde, Justiz und Nationalmannschaft herzog. Titel: „Ein Präsident dürfte so etwas nicht sagen.“ Sehr richtig.

Wie gerne hätte sich die gleich von mehreren Terrorattacken gebeutelte Grande Nation hinter einem starken Präsidenten versammelt, der dem auch wirtschaftlich angeschlagenen Riesen moralischen Halt und Sicherheit vermittelt. Hollande aber schien dem Amt nie gewachsen zu sein. Auch die Begeisterung deutscher Sozialdemokraten, die anfangs freudig nach Paris tingelten, endete sehr früh.

Schon jetzt ist klar: Die Franzosen wollen im Frühjahr bei ihrer Wahl, der man in Berlin und Brüssel mit großer Sorge entgegenblickt, einen Neuanfang. Hollande hat das spät eingesehen, nachdem Nikolas Sarkozy bei der konservativen Vorwahl unsanft verabschiedet wurde. Jetzt ist Marine Le Pen plötzlich die dienstälteste Kandidatin.

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