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Bereit für den Wahlkampf: CSU-Chef Horst Seehofer rückt von der Obergrenze ab.

CSU-Chef rückt von Obergrenze ab

Kommentar zu Seehofer: Vielleicht kriegt’s ja keiner mit!

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Horst Seehofer hat die Kehrtwende vollzogen. Plötzlich rückt der CSU-Chef im Wahlkampf von seiner erst propagierten Obergrenze für Flüchtlinge ab. Doch was steckt dahinter?

München - Was für ein Knaller: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer streicht die Obergrenze! Die Situation habe sich verändert, so die Begründung für die Kehrtwende. Da fragt man sich schon: War die Situation denn vor vier Wochen anders? Zur Erinnerung: Mitte Juli präsentierte die CSU stolz ihren BayernPlan - samt „Obergrenze“.

Damit wollte Seehofer ausdrücklich ein Gegengewicht zur Politik von Angela Merkel setzen. Die Kanzlerin hat zwar deutlich gemacht, dass auch sie künftig keinen Flüchtlingsansturm mehr erleben will, wie es ihn im Herbst 2015 gab. Sie lehnt aber eine Obergrenze trotz aller Drohungen der CSU weiterhin strikt ab.

Seehofer: Keine Steuererhöhungen und kein Verbrenner-Verbot

Seehofer rückt laut CSU nicht von Position ab

Wie ernst meint Seehofer eigentlich, was er sagt? Das fragt man sich auch, weil die CSU kurz nach Bekanntwerden von Seehofers Obergrenzen-Rückzug am Sonntag ausdrücklich darauf hinwies, dass er inhaltlich nicht von seiner Position abrücke - die Obergrenze sei nur keine Bedingung mehr für Koalitionsverhandlungen.

Man darf gespannt sein, wie die Wähler diese Wortklauberei bewerten werden. Es sind ja Ferien, vielleicht, so mag Seehofer jetzt hoffen, kriegt’s ja keiner mit.

Kommentiert Horst Seehofers neue Wahlkampf-Taktik: Redakteur Wolfgang DePonte.

Wolfgang DePonte

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