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Maximilian Heim.

Katar zwischen Isolation und Fußball-WM

Kommentar zu Katar: Zeit für Antworten

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Katar wird isoliert. Doch nicht vom Westen, sondern von Saudi-Arabien. Ob das zu einer stabilen Lage führt? Es ist auf jeden Fall Zeit für Antworten, kommentiert Merkur-Redakteur Maximilian Heim.

Die von Saudi-Arabien initiierte Isolation des sehr kleinen und sehr reichen Wüstenstaats Katar nimmt mehr Akteure in die Pflicht, als man meinen möchte. Nehmen wir die USA. Zunächst hat deren Präsident Trump vollmundig angekündigt, die fragile Architektur des Nahen Ostens umgehend zu stabilisieren. Tatsächlich hat Washington gute Kontakte zu den Herrschern in Riad und Doha. Kurz darauf nannte Trump die Isolation des langjährigen Verbündeten „den Anfang vom Ende des Terrorismus“. Kluge Außenpolitik? Fehlanzeige.

Ungeachtet dessen wirft die Zuspitzung auch ein Schlaglicht auf die Rolle Saudi-Arabiens. Das mächtige Königreich inszeniert sich nun in beispielloser Heuchelei als großer Gegner des islamistischen Terrors. Dabei stehen sowohl Katar als auch Saudi-Arabien unter dringendem Verdacht, Terrorgruppen zu unterstützen, wenn das den eigenen Machtplänen dient. Vielleicht ist es für die westlichen Staaten an der Zeit, üppige Wirtschaftsdeals nicht länger über Sicherheitsinteressen zu stellen. Andernfalls bleibt das an die Terroristen gerichtete „Jetzt reicht’s“ der britischen Premierministerin reines Wahlkampfgerede.

Ach ja, die diplomatische Krise am Golf bringt auch das unselige Thema Fußball-WM 2022 wieder ins Gespräch. Sklaven auf Baustellen mögen nicht gereicht haben, um die offenbar auch durch das ein oder andere Geldbündel zustande gekommene Vergabe des Turniers zu revidieren. Nun aber präsentiert DFB-Präsident Reinhard Grindel den atemberaubenden Gedanken, große Turniere nicht mehr in Ländern auszutragen, die aktiv den Terror unterstützen. Man sollte ihn beim Wort nehmen.

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