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Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis

Polizei-Großeinsatz soll Kölner Silvester schützen

Kommentar: Festung Köln 

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Mit einem gewaltigen Polizeiaufgebot will das rot-grün regierte NRW diesmal für Sicherheit in der Kölner Silvesternacht sorgen. Die Kölnerinnen sollen sich die Domplatte zurückerobern, sagt die Oberbürgermeisterin. Nach dem skandalösen Staatsversagen im vergangenen Jahr ist das aber leichter gesagt als getan.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker war eine der tragischen Figuren der letzten Kölner Silvesternacht. Nach einem nicht enden wollenden Albtraum, in dem wehrlose Frauen tausendfach den sexuellen Übergriffen eines enthemmten Mobs ausgesetzt waren, hallte ihr peinlicher Ratschlag, immer mindestens „eine Armlänge Abstand“ zu Fremden zu halten, wie ein höhnisches Echo auf das totale Versagen des Staates durch die Domstadt. Jetzt, ein Jahr darauf, wollen sie, die Polizei und das blamierte rot-grüne NRW es besser machen. Reker fordert ihre Mitbürgerinnen auf, „sich den Raum vor dem Dom zurückzuerobern“.

Man kann sich das nur wünschen. Aber es ist leichter gesagt als getan. Der Schaden ist da. Wenn in Köln und anderswo gefeiert wird, feiert seit den traumatischen Erfahrungen des letzten Jahres die Angst mit. Das war an Karneval so. Und das wird an Silvester wieder so sein. Die harte Antwort des Staates, die Politiker den Tätern – überwiegend Migranten aus Nordafrika – androhten, ist leider ausgeblieben. 1222 Strafanzeigen gab es, 513 wegen sexueller Übergriffe. Doch nur drei Täter wurden verurteilt.

Bleibt zu hoffen, dass der Staat diesmal besser aufpasst. 1500 Polizeibeamte sollen in Köln für Sicherheit sorgen, es wird Straßensperrungen geben und Taschenkontrollen. Das drakonische Aufgebot der Staatsmacht soll verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Es geht um viel, für die Stadt und uns alle: Es darf nicht sein, dass die Angst vor Kriminellen unser Handeln leitet, dass wir unsere Lebensgewohnheiten ändern, weil mit den muslimischen Migranten auch ein archaisches Frauenbild nach Deutschland mit eingewandert ist. Köln will sich sein Lebensgefühl zurückholen. Und ein Jahr nach den schrecklichen Exzessen der Silvesternacht der ganzen Welt beweisen: Wir lassen uns nicht einschüchtern. In Köln und anderen Metropolen geht es an Silvester um viel mehr als eine unbeschwerte Partynacht.

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