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Sebastian Horsch.

Neuer SPD-Chef wird nicht konkret

Kommentar zu Schulz: Damit der Hype bleibt

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München - Der Hype um Martin Schulz hat beinahe skurrile Züge angenommen. Und der SPD-Kandidat will offenbar solange auf dieser Welle reiten wie möglich. Ein Kommentar von Sebastian Horsch.

Mit konkreten Plänen hält sich der Hoffnungsträger der Sozialdemokraten weiter zurück. Kein Wunder. Sie könnten ihm jetzt nur im Weg stehen.

Seine große Schwester hat jüngst behauptet, Martin Schulz sei auch nur ein Mensch. Eine wichtige Klarstellung, man war sich da ja zuletzt nicht mehr ganz sicher. Es gibt schließlich andere Menschen, die im Internet 23,49 Euro bezahlen, um ein T-Shirt mit dem Konterfei des SPD-Politikers zu bestellen. „Unser Gottkanzler“ steht darauf geschrieben. Seit gestern ist Schulz nun zwar noch nicht „Gottkanzler“, aber immerhin Vorsitzender der SPD. In seiner Bewerbungsrede hat er gesagt, dass es ihm „um Gerechtigkeit, um Respekt und um Würde“ gehen werde. Gleichzeitig bat der Kanzler-Kandidat die Genossen um Verständnis, dass er konkretere Inhalte des Wahlprogramms erst im Sommer präsentieren will. Schulz legt sich also nicht fest, setzt keine neuen inhaltlichen Akzente. Das mag man enttäuschend finden. Eine Überraschung ist es nicht.

Wie sehr SPD-Anhänger gelechzt haben nach einem Hype wie dem um Schulz, kann man erahnen, wenn man sich die vergangenen Kanzlerkandidaten ansieht. Da waren der wirtschaftsnahe Steinbrück (2013), der fade Steinmeier (2009) und der Agenda-Schröder (2005). Mit allen dreien befand sich die Basis höchstens in einer Zweckehe. Die Sozialdemokraten lieben Schulz auch deshalb, weil sie endlich wieder jemanden lieben wollen. Der Kandidat macht es ihnen leicht. Jeder darf in ihm sehen, was er sehen will. Sobald Schulz sich aber auf konkrete Positionen festlegt, liefert er Teilen seiner Anhänger Gründe, ihn plötzlich doch nicht mehr so gut zu finden. Er wird also schweigen, solange er noch kann.

Hier finden Sie die Pressestimmen zum SPD-Parteitag.

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