+
Merkur-Redakteur Alexander Weber. 

Premierministerin kündigt harten Brexit an

Kommentar zu Mays Brexit-Plan: Flucht nach vorne

Letztendlich hatte Theresa May wahrscheinlich gar keine andere Wahl, als die Flucht nach vorne anzutreten. Merkur-Redakteur Alexander kommentiert die rede der Premierministerin zum Brexit. 

Brexit, so machte die Premierministerin am Mittwoch endlich klar, bedeutet, dass Großbritannien keinen „Exit light“ aus der EU anstrebt, sondern vollständig die europäischen Strukturen verlässt und in die nationale Eigenständigkeit zurückkehrt. Angesichts der klaren Haltung der anderen 27 EU-Mitglieder, die eine Sonderbehandlung der Briten in einer zentralen Frage wie dem freien Personenverkehr gar nicht erlauben konnten, ohne das Fundament der Union insgesamt ins Wanken zu bringen, musste May den radikalen Schnitt wählen. Dass sie den endgültigen Brexit-Vertrag beiden Kammern des britischen Parlaments vorlegen lässt, entspricht der Tragweite dieser historischen Entscheidung.

In der Praxis beginnt nun die Zeit der schwierigen Kompromisssuche, um dem politischen Trennungsbeschluss zumindest wirtschaftlich einige Giftzähne zu ziehen. Beide Seiten – EU wie Großbritannien – haben kein Interesse an einer Lose-Lose-Situation, in der die Handelsbeziehungen zu Bruch gehen. Aber auch politisch wird Britannien Teil der europäischen Schicksalsgemeinschaft bleiben – dafür wird, so ist zu befürchten, allein schon die sich verändernde Weltlage sorgen. Und zur Wahrheit gehört auch: Für London war die Mitgliedschaft in der EU, anders als für Deutsche und Franzosen, nie eine Herzensangelegenheit. Mancher in Brüssel wird zwar den kühlen Pragmatismus der Briten schmerzlich vermissen, nicht aber ihren häufig demonstrierten Hunger auf Extrawürste.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die dreisten Drei: Sie könnten Merkel, Schulz und Seehofer stürzen
Andrea Nahles (SPD), Alexander Dobrindt (CSU) und Jens Spahn (CDU) sägen am Stuhl ihrer Parteichefs. Angela Merkel, Martin Schulz und Horst Seehofer wirken angezählt. 
Die dreisten Drei: Sie könnten Merkel, Schulz und Seehofer stürzen
Sprecherin: Trump wird nach Davos reisen
US-Präsident Donald Trump wird zum Weltwirtschaftsforum in Davos reisen. Bei dem Treffen wollen 3000 Teilnehmer aus Politik und Wirtschaft über die Zukunft beraten.
Sprecherin: Trump wird nach Davos reisen
US-"Shutdown" nach nur drei Tagen praktisch beendet
Nach einem nervenaufreibenden Wochenende lichtet sich der politische Nebel in Washington: Der "Shutdown" geht zu Ende, ehe er richtig greifen konnte. Viele Betroffene …
US-"Shutdown" nach nur drei Tagen praktisch beendet
Spitzentreffen: Seehofer, Merkel und Schulz rechnen mit zügigem Verhandlungsstart
Es ist schon jetzt die längste Regierungsbildung in der Geschichte der Bundesrepublik und auch eine sehr teure. Die SPD fällte einen staatstragenden Beschluss - die …
Spitzentreffen: Seehofer, Merkel und Schulz rechnen mit zügigem Verhandlungsstart

Kommentare