China erhöht Druck auf Nordkorea

Kommentar zu Nordkorea: Ein gutes Zeichen

  • schließen

China sieht sich im Nordkorea-Konflikt in einem strategischen Zwiespalt. Immerhin will man den Druck auf Pjöngjang erhöhen - ein gutes Zeichen. Ein Kommentar von Marcus Mäckler.

China, daran besteht kein Zweifel, ist der Schlüssel zur Lösung des Nordkorea-Konflikts. Das Land ist aber in einem strategischen Zwiespalt: Fiele das Regime in Pjöngjang, hätte Peking nicht nur eine Flüchtlingswelle zu befürchten; auch der Puffer zum US-Verbündeten Südkorea fiele weg. Deshalb wägt es auch den kleinsten Schritt gegen die Kim-Diktatur genau ab. Dass China zunehmend bereit ist, den Druck zu erhöhen, kann als gutes Zeichen gelten. Die nun angeordneten Firmenschließungen tun Kim, der ja ein teures Raketenprogramm zu finanzieren hat, jedenfalls mehr weh als der Trump’sche Furor.

Die Frage ist, ob sich der Diktator durch den allzu langsamen Schwenk seines wichtigsten Wirtschaftspartners an den Verhandlungstisch wird zwingen lassen. Zweifel daran sind sehr berechtigt; denn Kim spielt auf Zeit. Experten glauben, dass sein Land schon bald atomar voll aufgerüstet sein könnte. Der „kleine Raketenmann“ (Trump) wäre dann in einer ganz neuen Verhandlungsposition – warum sollte er sich so kurz vor dem Ziel diplomatisch zeigen? Chinas konsequente Umsetzung der UN-Sanktionen dürfte kurz vor Trumps Besuch in Peking ein Ausdruck des guten Willens sein. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trump-Fans veröffentlichen gewaltverherrlichendes Video
Eine Videomontage zeigt Donald Trump, wie er die Mainstream-Medien und zahlreiche politische Gegner ermordet.
Trump-Fans veröffentlichen gewaltverherrlichendes Video
Politikneuling Saied zum tunesischen Präsidenten gewählt
Tunesiens etablierte Parteien sind innerhalb weniger Wochen deutlich abgestraft worden. Mit dem parteilosen Kais Saied wählten die Menschen einen absoluten Neuling an …
Politikneuling Saied zum tunesischen Präsidenten gewählt
Ukraine-Affäre: Trump kennt Giulianis verhaftete Geschäftspartner doch
Donald Trump streitet ab, die verhafteten Geschäftspartner von Rudy Giuliani zu kennen. Doch zwei Fotos beweisen das Gegenteil.
Ukraine-Affäre: Trump kennt Giulianis verhaftete Geschäftspartner doch
Halle-Anschlag: Polizei verlor Täter aus den Augen - neue Details zur Festnahme
Die Polizei soll den Attentäter von Halle während seiner Flucht eine Stunde aus den Augen verloren haben. Die neuen Details zur Festnahme sind bemerkenswert.
Halle-Anschlag: Polizei verlor Täter aus den Augen - neue Details zur Festnahme

Kommentare