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Redakteur Werner Menner

Kremlchef skizziert Kurs der Atom- und Rohstoffmacht

Kommentar zu Putins Rede an die Nation: Wladimir, der gerissene Zar

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In seiner Rede an die Nation skizziert Kremlchef Putin den Kurs der Atom- und Rohstoffmacht. Russlands Probleme hält er für hausgemacht. Ein Kommentar. 

Die Botschaft: Wir sind wieder wer, wir können – wie in Syrien bewiesen – überall und jederzeit eingreifen, und wer mit uns reden will, muss dies auf Augenhöhe tun. Putins Rede an die Nation – eine Machtdemonstration – hat deutlich gemacht, dass sich Ost und West bei der Wahrnehmung und Einstufung von Problemen und Krisen in Parallelwelten bewegen. Es war nicht anders zu erwarten.

Noch schwächelt Russlands Wirtschaft, noch ist die Arbeitslosigkeit hoch – und mit ihr die Unzufriedenheit der Menschen. Nur sehr langsam geht es aufwärts. Also schlägt der Kremlchef die nationale Trommel, was beim russischen Volk erfahrungsgemäß gut ankommt. Also präsentiert Putin sich als Staatsmann und kluger Zar, der natürlich auch rügt und kritisiert. Und blendet dabei völlig aus, dass er es ist, der alles bestimmt, bei dem alle Fäden zusammenlaufen. Es funktioniert, weil die Russen eine völlig eigene und von den Staatsmedien vorgegebene Wahrnehmung der lokalen wie der internationalen Ereignisse haben.

Wladimir Putin wünscht sich weltweit stabile Sicherheitsstrukturen. Ein klares Signal an den künftigen US-Präsidenten Trump, den auch in Russland (noch) niemand einzuschätzen vermag. Leider ist es der Wunsch eines mächtigen Politikers, der mehrfach bewiesen hat, dass zwischen seinen Worten und seinen Taten Welten liegen.

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