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In seinem Kommentar fordert Wolfgang de Ponte, die Parallelgesellschaft der sogenannten „Reichsbürger“ genauer unter die Lupe zu nehmen

Nach Tod eines Polizisten

Kommentar zu „Reichsbürger“: Keine leeren Phrasen mehr

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München - Der Mord eines sogenannten „Reichsbürgers“ an einem bayerischen Polizisten sorgt für reichlich Diskussionen. Was kann dagegen getan werden? Ein Kommentar von Wolfgang de Ponte.

Lange Zeit wurden die sogenannten „Reichsbürger“ als Spinner abgetan. Auch in seinen letzten Berichten stufte der Verfassungsschutz die Mitglieder dieser Bewegung, die die Bundesrepublik nicht als Staat anerkennt, irgendwo zwischen Querulanten und Verschwörungstheoretikern ein. 

Von Gewalt ist wenig die Rede. Dabei ist der Mord an einem bayerischen Polizisten nicht der erste Gewalt­exzess eines „Reichsbürgers“. Auch in Sachsen-Anhalt schoss ein „Reichsbürger“ schon auf einen Polizisten. Ein anderer Anhänger der Bewegung warf Brandsätze auf den Bundestag. Und Behördenmitarbeiter müssen seit Längerem die Erfahrung machen, dass sie bei Begegnungen mit „Reichsbürgern“ bedroht werden oder es Einschüchterungsversuche gibt. Es existieren Briefe von Reichsbürgern, in denen Beamten ein „Erschießungskommando“ angekündigt wird. Inzwischen dürfte offensichtlich sein, dass es sich dabei nicht nur um Phrasen handelt. Besonders schockierend ist aber, dass es offensichtlich auch „Reichsbürger“ bei unserer bayerischen Polizei gibt. Sogar als Ausbilder!

Da fragt man sich schon, ob Bayerns Innenminister Herrmann, der so großen Wert darauf legt zu wissen, wer die Menschen sind, die als Flüchtlinge in unser Land kommen, nicht auch einmal genau prüfen sollte, wer bei seiner Polizei Dienst tut. Und möglicherweise noch an ganz anderer Stelle. Es wird höchste Zeit, die Parallelgesellschaft der „Reichsbürger“ genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wolfgang de Ponte

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