Ryanair in Turbulenzen

Kommentar zu Ryanair: Der Preis für den Geiz

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Die zahlreichen Flugabsagen bei Ryanair zeigt: Der Fluglinie des Unternehmers Michael O’Leary geht es nicht gut. Doch mit Mitleid darf er nicht rechnen. Ein Kommentar von Martin Prem. 

Die Absage von Flügen war – anders als von vielen erwartet – wohl kein geschickter Schachzug des Luftverkehrs-Strategen Michael O’Leary. Er hielt seine Flugzeuge nicht am Boden, um sie als Joker im Ringen um Start- und Landerechte von Airberlin einzusetzen. Nein, es geht seiner Billig-Fluglinie Ryanair wirklich nicht gut. Es fehlen Piloten, um bereits ausgebuchte Flüge durchzuführen. Das kostet Riesensummen an Entschädigungen.

Vielleicht ist es wirklich nur eine verfehlte Urlaubsplanung, wie offiziell verlautbart. Aber war Urlaub bei Ryanair schon jemals ein Grund, Mitarbeiter nicht in die Arbeit zurückzurufen? Viel spricht dafür, dass die – an der unteren Grenze des Möglichen vergüteten – Piloten den Engpass nutzen, um bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Auch das wäre für die Fluggesellschaft sehr teuer.

Ryanair hat nun auch das Interesse an der insolventen Alitalia aufgegeben. Während Lufthansa und Easyjet Airberlin unter sich aufteilen, ist der einstige Herausforderer bereits mit seinen hausgemachten Problemen überfordert. Kompromissloser Geiz war jahrelang das Erfolgsrezept des Unternehmers Michael O’Leary. Eines, das ihm jetzt um die Ohren fliegt. Mit Mitleid darf er nicht rechnen.

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