Kommentar

Spaenles G9-Konzept: Der Anfang ist gemacht

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München - Kultusminister Spaenle hat ein erstes Konzept für das neunjährige Gymnasium vorgestellt. Dieses kann aber nur ein Anfang sein. Ein Kommentar von Dirk Walter.

Na also, geht doch: Nach langem Zögern hat der Kultusminister nun ein erstes, im Ganzen stimmiges G9-Konzept geliefert. Sein 46-Seiten-Papier ist zugleich ein Eingeständnis des Scheiterns: Die Möglichkeiten, das bisherige G8 weiterzuentwickeln, seien „erschöpft“, schreibt Spaenle. Viel deutlicher kann man nicht begründen, dass man ein neues Gymnasium haben will. Zwar soll es auch künftig als Abweichung von der Norm G8-Schüler geben. Doch den im Konzept genannten Weg – eine Ochsentour mit Zusatzstoff in den Kernfächern am Nachmittag – werden nur wenige auf sich nehmen.

Allerdings wird es um die inhaltliche Ausgestaltung des zusätzlichen Jahres, also der 11. Klasse, noch Debatten geben. Die Ausführungen des Ministers hierzu sind etwas dünn. Allein mit einem Auslandsaufenthalt und mehr Geschichte/Sozialkunde wird man ein ganzes weiteres Schuljahr nicht füllen können. Ein Auslandsjahr wird bei G9-Schülern sicher nicht zur Regel werden – selbst im reichen Hamburg mit seiner England-Nähe gehen maximal zehn Prozent der Schüler „auf Reisen“. Nein, es muss schon Möglichkeiten geben, gewisse Kernfächer zu stärken – Deutsch, Mathe, Englisch, vielleicht je nach Neigung. Noch ist Zeit, dies zu diskutieren. Wenn alles gut geht, wird Bayern nach Ostern endlich ein Land mit G9.

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