Kommentar zu komplizierten Steuern

Kommentar zu Trumps Steuerplänen: Es gibt Hürden im Parlament

  • schließen

US-Präsident Donald Trump hat Steuersenkungen angekündigt. Grundsätzlich sollten alle Steuern auf den Prüfstand gestellt werden, kommentiert Merkur-Redakteur Martin Prem. Aber das ist kompliziert.

Zwei Aussagen über die Steuer sind nie falsch: Sie ist zu hoch. Und sie ist zu kompliziert. Ein Feld für Politiker. Die wichtigsten Pläne: Steuern senken und Steuern vereinfachen. Und weil beides die Wirtschaft ankurbelt, werden die Steuereinnahmen am Ende sogar höher sein als vorher. So versprachen es in den USA Ronald Reagan, George W. Bush, und so verspricht es heute Donald Trump.

Die Selbstfinanzierungseffekte werden meist überschätzt. Deshalb mussten auch die Nachfolger der bisherigen US-Steuerreformer die Staatsfinanzen wieder in Ordnung bringen. Und das müsste wohl auch der nächste US-Präsident tun, falls Trump sein Vorhaben über die Hürden im Parlament bringt. Das aber ist nicht sicher. Denn jede der abzuschaffenden Vergünstigungen, die das Steuersystem kompliziert machen, hat glühende Anhänger, die alles tun, gerade diese eine Ausnahme zum Wohl der Allgemeinheit zu retten. So wurden Steuersysteme – übrigens weltweit – nirgends einfacher, sondern immer nur komplizierter.

Es wäre eine höchst verdienstvolle Herkulesaufgabe, Transfersysteme – alles, was Bürger dem Staat zahlen und alles, was sie bekommen – auf den Prüfstand zu stellen und sinnvoll umzubauen. Doch dazu müssten zwei Voraussetzungen vorliegen: politische Führer mit langem Atem an der Spitze und ein breiter Konsens in der Bevölkerung über das, was der Staat tun soll – und was nicht. Von beidem sind die Vereinigten Staaten von Amerika heute weiter entfernt als jemals vorher in ihrer Geschichte.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

G20 warnen vor wirtschaftlichen Risiken des Handelskonflikts - Scholz sieht auch Chance
Angesichts des Handelskonflikts zwischen den USA, China und der EU haben die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer vor Gefahren für die Weltwirtschaft gewarnt. Olaf …
G20 warnen vor wirtschaftlichen Risiken des Handelskonflikts - Scholz sieht auch Chance
Verwirrende Aussage: Trump verwechselt seinen Großvater mit seinem Vater
In einem Fernsehinterview macht US-Präsident Donald Trump verwundernde Angaben zur Herkunft seiner Eltern. Kommt sein Vater etwa aus Deutschland?
Verwirrende Aussage: Trump verwechselt seinen Großvater mit seinem Vater
Özil tritt aus Nationalmannschaft zurück - Rassismus-Vorwürfe gegen DFB-Spitze
Mesut Özil tritt aus der deutschen Nationalmannschaft zurück. Der Weltmeister zieht damit die Konsequenzen aus der Affäre um die Fotos mit dem türkischen Präsidenten …
Özil tritt aus Nationalmannschaft zurück - Rassismus-Vorwürfe gegen DFB-Spitze
Neuer Brexit-Minister stellt Schlussrechnung infrage
Die Uhr tickt, aber die Verhandlungen zwischen London und Brüssel verlaufen weiter sehr zäh. Der neue Brexit-Minister Dominic Raab legt jetzt nochmals in Sachen …
Neuer Brexit-Minister stellt Schlussrechnung infrage

Kommentare