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Ex-Bundespräsident auf Jobsuche

Kommentar zu Wulff und dem Ehrensold: Empörung, Marsch!

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Christian Wullf geht auf Jobsuche. Und das obwohl der 58-Jährige ehemaligen Bundespräsident viel Ehrensold bekommt. Merkur-Redakteur Marcus Mäckler wundert sich nicht übe die „Empörungs-Maschinerie“.

Als die Katze aus dem Sack war, lief die Empörungs-Maschinerie routinemäßig an: Ein Ex-Bundespräsident, zarte 58 Jahre alt, hat es gewagt, sich einen neuen Job zu suchen. Obwohl er, mit großzügigen 236.000 Euro im Jahr ausgestattet, ganz gemütlich ergrauen könnte. Jetzt hat er Ehrensold und einen Zuverdienst, zu dessen Höhe er schweigt. Neid? Niemals! Aber was erlaubt sich dieser Wulff?

Empörung kann langweilen. Und sie vernebelt ernsthafte Diskussionen. Fakt ist: Wulff handelte nach Recht und Gesetz. Man muss deshalb nicht gut finden, dass er sich ausgerechnet mit einem türkischen Modelabel eingelassen hat. Ein politisches Geschmäckle ist da, wie im Übrigen auch bei Gerhard Schröders Gazprom-Engagement. Einen ehemaligen Bundespräsidenten aber grundsätzlich zur Tatenlosigkeit zu verdammen, wäre doch etwas hart.

Ja, Wulff sollte einem normalen Job nachgehen dürfen – er zahlt ja dann auch Steuern. Und ja, auch ein Ehrensold geht für das höchste Amt im Staate in Ordnung. Angemessener und besser vermittelbar wäre es aber, die Höhe würde sich am Lebensalter und der Amtszeit orientieren; bei Wulff waren das kaum zwei Jahre. Außerdem wäre es ein notwendiges Zeichen, Zuverdienst und Sold zu verrechnen. So wird es bei jedem Rentner gehandhabt, der im Supermarkt Regale einräumt. Der Bundestag sollte sich die Ehrensold-Regelung bald nach der Wahl vornehmen.

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