Glaube in Zeiten des Terrors

Kommentar zum 36. Evangelischen Kirchentag: Jetzt erst recht

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Vom Kirchentag wird ein trotziges „Jetzt erst recht“ ins Land gesendet: Toleranz und Nächstenliebe sind mehr als nette Floskeln, auch und gerade in Zeiten des Terrors. Claudia Möllers kommentiert.

Es ist ein evangelischer Kirchentag in unruhigen Zeiten. Der terroristische Anschlag von Manchester, der Mord an koptischen Christen in Ägypten, ein aggressiver US-Präsident Trump, der die Nato, Europa und Deutschland beschimpft. In dieser Zeit diskutieren 15. 000 Menschen in Berlin darüber, wie man diese schwierige Welt als Christ mitgestalten kann, ohne an den Grenzen der eigenen Machbarkeit zu verzweifeln.

Ein trotziges „jetzt erst recht“ wird aus der säkularen Bundeshauptstadt ins Land gesendet. Junge und Alte, Frauen und Männer, fromme und kritische Geister zeigen, dass Toleranz, christliche Nächstenliebe und Solidarität mehr sind als nette Floskeln. Barack Obama und Angela Merkel haben in sehr persönlichen Statements bekannt: Es gibt in der Politik keine Alternative zu Kompromissen, die auf der Basis der eigenen Überzeugungen – hier der christlichen Grundwerte – angestrebt werden müssen. Das gilt ebenso im persönlichen Zusammenleben, im Umgang der Kirchen miteinander. Vom Kirchentag strahlt ins Land: Steht zu Euren christlichen Überzeugungen, aber sucht das Gespräch mit Andersdenkenden, setzt Euch ein für Schwächere. Auch wenn es manchmal aussichtslos erscheint. Es lohnt sich, denn es macht das Leben ein bisschen besser.

Rubriklistenbild: © Klaus Haag

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