Auswirkungen der AfD-Personaldebatte

Kommentar zum Abgang von AfD-Bayern-Chef: Eine Frage der Einstellung

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Das Rennen um den neuen Landesvorsitz der AfD-Bayern ist mit dem Rückzug von Bystron eröffnet. Warum, fragt sich Merkur-Politik-Redakteur Sebastian Dorn, belohnen die AfD-Wähler die schmutzigen Grabenkämpfe mit guten Umfragewerten?

München - Jetzt ist das Rennen also eröffnet, und wie üblich in der AfD wird es ein schmutziges. Vor der Wahl des neuen Landesvorstands und somit der Ausrichtung der Partei toben Flügel- und Grabenkämpfe, die nirgendwo so hart geführt werden wie in dieser Partei. Basisdemokratie könnte man das nennen. Tatsächlich geht es vielen Beteiligten aber nicht um die Sache, sondern um das, was sie den Altparteien so gern vorwerfen: Ämter und Macht.

Es ist ein Phänomen, dass die Wähler die AfD trotzdem mit einem guten Umfragewert nach dem anderen belohnen, während etwa der Machtkampf bei der CSU zwischen Horst Seehofer und Markus Söder die Umfragen drückt. Ursächlich dafür ist, dass die AfD ihre Kriege nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausficht. Einerseits weil kaum berichtet wird, andererseits weil sich die Wähler offenbar nicht für AfD-Personalien interessieren. Sie projizieren ihre Unzufriedenheit und ihren Protest in die Partei, anstatt sich zu fragen, welchen Personen sie in gut dotierte Ämter verhelfen. Die Bundestagswahl zeigte, dass es fürs Ergebnis in den Wahlkreisen nahezu egal war, wie intensiv sich die Kandidaten im Wahlkampf engagierten. Erst wenn sich diese Einstellung der Wähler ändert, werden die Strippenzieher in der Partei ihre Intrigen nicht mehr ganz so schamlos ausleben können.

Merkur-Politik-Redakteur Sebastian Dorn.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Matthias Balk

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