Bisher zu wenig getan

Kommentar zum Afrika-Gipfel: In Europas Interesse

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Die Bevölkerung in Afrika wächst stark, und die Zukunft Europas hängt auch an der Zukunft Afrikas. Deswegen ist Entwicklungshilfe in Europas Interesse, kommentiert Merkur-Redakteur Sebastian Horsch.

Mit 300 Millionen Euro unterstützt die Bundesrepublik Deutschland Tunesien, Ghana und die Elfenbeinküste dabei, sich zu reformieren. Genug, um sechs Jahre das Gehalt von Fußballer Cristiano Ronaldo zu bezahlen, oder um ein Penthouse in Monaco zu kaufen – mit Swimming-Pool auf dem Dach. Ob es aber ausreicht, um die Rahmenbedingungen für Investoren in drei afrikanischen Ländern wirklich drastisch zu verbessern? Wohl eher nicht.

Die Zukunft unseres Kontinents hängt auch an der Zukunft Afrikas. Bis 2050 wird sich die Zahl der Menschen auf dem schwarzen Kontinent auf 2,5 Milliarden verdoppeln. Dort leben dann – so sagen es die Prognosen – zehnmal mehr junge Menschen als in Europa. Und schon heute fehlen jährlich 20 Millionen Jobs. Was viele junge Afrikaner wohl auch künftig tun, wenn sie in ihrer Heimat nichts mehr hält, lässt sich derzeit täglich zwischen den Küsten Libyens und Italiens beobachten.

Es wäre polemisch, Europa plump vorzuwerfen, es hätte sich bisher nicht gekümmert. Milliarden an Hilfsgeldern sind in der Vergangenheit nach Afrika geflossen – und dort oft in korrupten Strukturen versickert. Das anzusehen ist frustrierend. Dennoch muss gerade Europa nicht nur (aber auch) seine Grenzen schützen, sondern langfristig daran arbeiten, seinen Nachbarkontinent endlich fit fürs 21. Jahrhundert zu machen. Das wird deutlich teurer als 300 Millionen Euro, und am Ende vielleicht gar nicht funktionieren. Aber es ernsthaft zu versuchen, liegt in unserem Interesse.

Rubriklistenbild: © Haag

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