Mike Schier. 

Kommentar

Darüber wird nach Anschlag von Manchester debattiert

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Der Zusammenhalt nach dem Terror in Manchester tröstet, mindert aber nicht die Wut auf die Attentäter. In England wird debattiert werden, ob der Anschlag hätte verhindert werden können. Ein Kommentar von Merkur-Politikchef Mike Schier.

Den britischen Komiker James Corden erreichte die tragische Nachricht aus seiner Heimat, als er gerade in den USA seine „Late Late Show“ aufnahm. Spontan verfasste er eine Liebeserklärung an Manchester. „Ein Ort voller Comedy, Curry und Charakter.“ Mit tollen Fußballteams und guter Musik. Und vielen sehr starken Menschen.

Es sind Momente wie diese, in denen angesichts der Hilflosigkeit vor sinnlosem Terror ein starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit erwächst. Wie schon bei anderen Anschlägen, oder auch dem Amoklauf in München, gab es in Manchester große und vor allem viele kleine Gesten der Hilfsbereitschaft. Das tröstet ein wenig, aber es mindert nicht die Wut auf jene, die solche Anschläge gegen Kinder, Jugendliche, Unschuldige verüben. Man muss das Leben und die Menschheit schon sehr hassen, um sich an Bildern wie aus Manchester zu ergötzen.

Natürlich wird nun auch in England eine Debatte darüber beginnen, wo die Behörden im Vorfeld des Attentats versagt haben. Sie wird auch den Wahlkampf vor der Parlamentswahl am 8. Juni beeinflussen, selbst wenn sich Premierministerin Theresa May und ihr Herausforderer Jeremy Corbyn erst einmal eine Pause verordneten. Nur wo ansetzen? Bis zum Attentat von Westminster im März gehörte Großbritannien, das durch die IRA über eine lange Terror-Geschichte verfügt, zu den Vorbildern für Sicherheitsexperten: eine breit angelegte Videoüberwachung, modernste Technik für die Polizei und ein umfassender Austausch an Geheimdienstinformationen mit Australien, Kanada, Neuseeland und den USA – die sogenannte Five-Eyes-Allianz. Dieses Netz hat viele Anschläge verhindert. Aber es scheint löchriger zu werden.

Lesen Sie hier unseren Newsblog zum Terror bei einem Ariana-Grande-Konzert.

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