Merkur-Redakteur Alexander Weber

Gespräche zwischen EU und Großbritannien

Kommentar zum Brexit: Comeback der Vernunft?

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Der Rückschlag für Theresa May war genau das Richtige für Großbritannien. Jetzt kann in Ruhe ein Konsens gefunden und der „harte“ Brexit vermieden werden, wie Merkur-Redakteur Alexander Weber kommentiert.

Niederlagen können heilsam sein. Es wird vermutlich nicht mehr für Theresa May reichen, um noch einmal wie Phönix aus der Asche der Unterhaus-Wahlkatastrophe aufzusteigen und Premierministerin zu bleiben. Aber endlich scheint ein Comeback der politischen Vernunft näher zu rücken. Der Denkzettel der Wähler hat ausgereicht, um Minister des May-Kabinetts und Vertreter der oppositionellen Labour-Partei an einen Tisch zu bringen, um hinter verschlossenen Türen darüber nachzudenken, wie der GAU eines harten Brexits für das Vereinigte Königreich noch abgewendet werden kann.

Natürlich kostet das von May angerichtete Tohuwabohu in London wichtige Verhandlungszeit mit der EU. Aber es ist allemal besser, noch einmal in Ruhe das ExitKonzept zu überdenken und den Bruch mit Brüssel auf ein für beide Seiten akzeptables Maß zu beschränken, als mit der May’schen Kopf-durch-die-Wand-Strategie dem Abgrund entgegen zu eilen. Allein ein Verbleib in der Zollunion würde das Verhandlungspaket mit der EU drastisch erleichtern.

Offen ist nur, wer den politischen Kurswechsel vollziehen soll. Der geschasste Ex-Schatzkanzler Osborne schießt schon munter Giftpfeile in Richtung seiner Ex-Chefin. Und Boris Johnson wäre nicht Boris Johnson, wenn seine Machtgelüste nicht geweckt wären. Das allerdings wäre dann für Brüssel ein Waterloo.

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