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Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis

Politischer Aschermittwoch in Niederbayern

Kommentar: Eigentore

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Jahrelang war beim politischen Aschermittwoch in Bayern die SPD das hässliche kleine Entlein. Das dürfte heuer anders sein. Martin Schulz, der in Vilshofen spricht, dürfte der CSU in Passau die Schau stehlen. Ein Kommentar von Georg Anastasiadis.  

Gleich vier (!) Redner (plus Moderator) bietet die CSU heute bei ihrem Aschermittwochs-Hochamt in Passau auf. Wäre man böse, könnte man sagen: Ein guter hätte es auch getan. Den freilich schickt ein paar Kilometer weiter die SPD ins Rennen, in Gestalt ihres neuen (Schein-)Riesen Martin Schulz. Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, dass angesichts dieser ungeschickten, Seehofers Bierzelt-Phobie geschuldeten Inszenierung das Fernduell um bayerische Dominanz und mediale Aufmerksamkeit in diesem Jahr anders ausgehen wird als in den Jahren und Jahrzehnten zuvor. Erst recht, da die Genossen auch den fruchtlosen Streit darum, wer heute die meisten Zuhörer vorzuweisen hat, bereits gewonnen haben: Vilshofen hat das größere Zelt. Punkt.

Der CSU und ihrem tapferen Aschermittwochs-Quartett Seehofer, Weber, Dobrindt und Herrmann (Söder darf ja nicht, aus bekannten Gründen) bleibt immerhin Grund zur Hoffnung, dass sich Schulz noch selbst entzaubert. Denn auch der schießt Eigentore: Seine jüngste Behauptung, der beklagenswerte Zustand der inneren Sicherheit sei die Folge der neoliberalen Ideologie des schlanken Staates, war jedenfalls blühender und leicht zu entlarvender Unsinn. Oder was sonst ist davon zu halten, wenn in NRW, wo die SPD seit Jahrzehnten an der Macht ist, das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, sechsmal so hoch ist wie im CSU-regierten Bayern?

Lesen Sie auch: Der politische Aschermittwoch drohte zuletzt fast ein wenig zur Routine zu verkommen. Im Wahljahr ist vieles anders. Die Parteien schicken die erste Garde –und die SPD droht der CSU die Show zu stehlen.

Hier können Sie den politischen Aschermittwoch in unserem Live-Ticker verfolgen.

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