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Redakteur Dr. Dirk Walter.

Das jähe Ende des Bahnchefs

Kommentar zum Rücktritt von Rüdiger Grube: Unterirdischer Abgang

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Die letzte Ehrung bleibt Rüdiger Grube wohl versagt. Gerade erst ist Grube für den Wettbewerb „Eisenbahner mit Herz“ nominiert worden.

Doch der Titel taugt höchstens noch als Trostpreis für einen Abgang, dessen Begleitumstände unterirdisch sind. Es ist ein Jammer. In Österreich wird ein Bahn-Chef Bundeskanzler, in Deutschland tritt er wegen Kleingedrucktem im Vertrag zurück – ein Rücktritt im Affekt, der die acht Grube-Jahre mit einem unschönen Akzent versieht.

Denn insgesamt kann Grube auf eine gute Bilanz verweisen. Sicher gab und gibt es eine Vielzahl von Herausforderungen, von mangelnder Pünktlichkeit bis zu Einbrüchen im Güterverkehr. Aber die Bewältigung solcher Probleme gehört zum Tagesgeschäft. Ein dauerhafter Makel seiner Amtszeit ist eigentlich „nur“ das Milliardengrab „Stuttgart 21“. Strategisch gesehen stand Grube für die Abkehr von der auf den Börsengang versessenen Mehdorn-Bahn. Unter Grube, dem ins Detail verliebten Kümmerer, ist die Deutsche Bahn in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Die Herausforderung durch die Fernbusse hat die DB erkannt, beim Bund konnte er zusätzliche Milliarden für die Sanierung der Schiene loseisen.

Grubes Lieblingsprojekt war der neue ICE4. Mit dem darf nun sein Nachfolger im Dezember die neue Schnellverbindung München–Berlin einweihen. Aber wer wird es? Für Ronald Pofalla, den etwas undurchsichtigen designierten Nachfolger, kommt der Wechsel womöglich zu früh. Wie wäre es mal mit einem Bahn-Fachmann?

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