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Horst Seehofer (l.) und Markus Söder sind sich nicht immer eins.

Seehofer, Söder und der ewige Zoff

Kommentar zum Seehofer-Söder-Zoff: Interne Opposition

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Die CSU will viele verschiedene Strömungen vereinen. Das hat zur Folge, dass es zu einer Art internen Opposition kommt, wie Merkur-Redakteur Christian Deutschländer findet.

München - Wenn die CSU mal übermütig ist, verkündet sie gern, das bisschen Opposition in Bayern erledige sie nebenher mit. Das ist verbales Lederhosenträger-Schnalzen zur Selbstvergewisserung, hat mit der strukturellen Schwäche der echten Opposition zu tun – und enthält drittens eine Notwendigkeit. Die CSU ist kein monolithischer Block, kann auch keiner sein als Volkspartei, die in einer heterogenen Gesellschaft Konservative, Christliche und (Wirtschafts-)Liberale beheimaten will. Sie muss für teils konträre Interessen Platz bieten, ohne dass das politische Schizophrenie wäre.

Der Vorsitzende reizt diese Bandbreite allerdings persönlich maximal aus. Seehofers Achterbahnfahrt um die Kanzlerin macht schwindelig: von „Herrschaft des Unrechts“ binnen Monaten zu „unser größter Trumpf“. Ob glaubwürdig oder nicht – für die Parteispitze so einen Kurs vorzugeben, ist sein Recht. Blinde Gefolgschaft der Basis kann er aber nicht einfordern. 

CSU braucht Identifikationsfiguren für Merkel-Kritiker

Im Gegenteil: Die CSU bräuchte auch Identifikationsfiguren für jene, die mit Merkel hadern. Die gibt es, in Abstufungen; man kann sie zur FDP schicken oder als AfD-Klientel verunglimpfen – einbinden wäre klüger. Integration und Sicherheit sind für viele Wähler Kernfragen geworden. Die CSU kann ihnen nicht erklären, das sei jetzt eben kein Thema mehr.

Markus Söder stünde dafür. Seine Merkel-Skepsis als innerparteilich und egoistisch motivierte Sabotage der Bundestagswahl zu werten, greift zu kurz. Die abgrundtiefe Abneigung und Rivalität Seehofer-Söder – beidseitig überzogen – macht jede Sach- zur Machtfrage, jeden Dissens zur Revolte. Wahrscheinlich ist das längst unheilbar. In diesen Tagen, vor der Aufstellung der Bundestagsliste, droht sogar eine Eskalation. Darin liegt für die Öffentlichkeit viel Unterhaltungspotenzial, für die CSU aber eines der größten Risiken ihrer jüngeren Geschichte.

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