Streit in der Bayern-SPD

Kommentar: Stunde der Nörgler

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Es ist kein gutes Bild, das die Streithansel von der Oberbayern-SPD der zweiten und dritten Reihe der Genossen seit Tagen abgeben. Ein Kommentar von Mike Schier.

Es schien eine gute Idee: Als Natascha Kohnen ihre Kandidatur für den SPD-Landesvorsitz verkündete, schlug sie ihrem notorisch nörgelnden Landesverband vor, die Basis entscheiden zu lassen. Es meldeten sich umgehend fünf mehr oder (meist) weniger profilierte Mitbewerber, die sich groß präsentieren durften. Genörgelt wird dennoch. Darüber, dass die Pressestelle des Landesverbandes Terminhinweise der Generalsekretärin verschickt. Oder dass sich die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen erdreistet, die Wahl einer Frau zu empfehlen. Unerhört!

Es ist kein gutes Bild, das die Streithansel der zweiten und dritten Reihe der Genossen seit Tagen abgeben. Erst recht nicht in Oberbayern, wo hinter den Kulissen ein offener Machtkampf tobt, bei dem es um künftige Posten und Pöstchen geht. Frei nach dem Motto: Die SPD in Bayern bäckt zwar nur kleine Kuchen, deshalb muss man umso heftiger um ein Stückchen kämpfen. Was als basisdemokratischer Prozess begann, der die Wunden heilen sollte, die mit der Abstrafung von Florian Pronold bei der letzten Vorstandswahl gerissen wurden, droht den gegenteiligen Effekt zu erzielen.

Statt eine Debatte über Inhalte und Konzepte zu führen, streiten die Genossen über Befindlichkeiten. Damit wird man keinen einzigen Wähler gewinnen, der sich angesichts des ewigen Seehofers vielleicht nach Alternativen umschaut. Der (oder die) neue Vorsitzende wird die SPD deshalb schleunigst befrieden. Eine höchst undankbare Aufgabe – denn für schlechte Wahlergebnisse werden die Nörgler sicher nicht sich selbst verantwortlich machen.

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