USA-Korrespondent Friedemann Diederichs

Kommentar

Toter US-Student Warmbier: Stärke zeigen

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Der Tod des amerikanischen Studenten Otto Warmbier wird wohl keine politischen Konsequenzen haben. Leisetreten ist aber wohl nicht das richtige Rezept. Ein Kommentar.

Die Reaktion von US-Präsident Donald Trump auf den Tod des 22-jährigen Studenten Otto Warmbier nach 17 Monaten Haft in Nordkorea war verbal deutlich: „Brutal“ sei das Regime in Pjöngjang. Doch politisch schwerwiegende Konsequenzen dürfte das erschütternde Schicksal des jungen Mannes wohl nicht haben. Zu sehr scheint Trump an einer Annäherung an Kim Jong-un gelegen zu sein, mit dem der US-Präsident – wie er offen eingesteht – gerne einmal Auge in Auge und telegen vor allem über die nuklearen Ambitionen Nordkoreas reden möchte.

Auch deshalb übergab wohl der Ex-Basketballprofi Dennis Rodman bei seinem jüngsten Besuch in Pjöngjang Vertretern der Diktatur ein Trump-Buch. Nun sind Verständigungsversuche grundsätzlich nicht schlecht. Doch wenn es um die Freilassung von Menschen geht, die gerne mal als Abschreckung für das eigene Volk oder als Verhandlungs-Faustpfand von Schurken-Regimen wie in Nordkorea, im Iran oder in Erdogans Türkei unter oft irrwitzigen Anschuldigungen festgehalten werden, scheint Leisetreterei das falsche Rezept zu sein – weil es von den starken Männern in diesen Ländern als Schwäche ausgelegt wird. Das muss auch für Bundeskanzlerin Merkel gelten, die es weiter zulässt, dass Erdogan den deutsch-türkischen „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel seit mehr als 120 Tagen gefangen hält. Das ist ebenso ein Skandal wie der Tod von Otto Warmbier.

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