Kammern bleiben in München

Kommentar zum Umzug des Gesundheitsministeriums

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Die Kammern wollen dem Gesundheitsministerium nicht nach Nürnberg folgen. Und sie haben Recht, sagt Merkur-Redakteur Sebastian Horsch. Denn auch das Ministerium sollte bleiben. 

Horst Seehofer will die Gesundheitsregion Franken etablieren. Das boomende Zentrum soll in Nürnberg entstehen, wohin zuerst das Ministerium ziehen muss, und dann alle anderen folgen sollten. Das Problem: Die anderen wollen nicht.

Die Kammern wollen dem Gesundheitsministerium nicht nach haben gute Gründe. Die Ärztekammer hat gerade ihren Münchner 70er-Jahre-Bau aufwendig saniert und auch keine Lust, sich haufenweise neue Mitarbeiter zu suchen. Die Kassen sind in München, die Verbände, die Politiker. Hier ist es besser, finden die Kammern übereinstimmend, wenn es sein muss auch ohne Ministerium.

Und natürlich haben die Kammern Recht. Auch das Gesundheitsministerium wäre nach wie vor in München richtig aufgehoben – bei Kassen, Verbänden, Kammern und Politikern eben. Dazu kommt: Die Mitarbeiter sind unzufrieden, Mietkosten fallen doppelt an – und das nur wenige Jahre nach dem letzten Umzug.

Der neue Umzug wird dennoch stattfinden. Weil Seehofer es so will, und weil sein Kabinett es so beschlossen hat. Während im Bund also mühsam darum gerungen wird, Ministerien aus Bonn und Berlin endlich zusammenzubringen, reißt Bayerns Ministerpräsident die seinen auseinander. Offiziell um strukturelle Impulse für den nordbayerischen Raum zu schaffen – in Wahrheit natürlich, um dort Wählerstimmen zu gewinnen.

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