Plötzlich geht‘s schnell in Berlin

Kommentar zum Verfahren zur „Ehe für alle“: Hauruck!

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Quasi im Eilverfahen bringt die Regierung die „Ehe für alle“ ins Gesetzbuch. Das wirft einige Fragen auf. Denn so schnell reagierten die Politiker in dieser Legislaturperiode nicht immer.

München - Mit einem heiteren Hauruck hievt nun auch der Bundesrat die „Ehe für alle“ durchs Gesetzesverfahren. Noch immer rätselt das Land, ob es eine Eingebung oder ein Aussetzer der Kanzlerin war, als sie eines Abends vor nicht mal zwei Wochen mit ein paar eher zufällig klingenden Sätzen die Abstimmung freigab.

In der Folge purzelte das über Jahre umstrittene Gesetz mit einer Leichtigkeit durchs Parlament, die fassungslos macht. Nicht, weil der Inhalt das Abendland untergehen ließe, wahrlich nicht, sondern weil das Verfahren würdelos ist.

News-Blog zur Entscheidung für die Ehe für alle

Tiefgreifende Entscheidung wird mal nebenbei getroffen

In einer gut halbstündigen Debatte hat der Bundestag das Gesetz durchgepeitscht. Eine der tiefgreifendsten gesellschaftspolitischen Entscheidungen der letzten Jahre wird mal so nebenbei getroffen. Und zwar von genau dem Bundestag, der im Flüchtlingssommer 2015 apathisch und lustlos der Regierung beim Handeln zuschaute. Von genau dem Bundestag, der seine eigene Reform und Verschlankung vorsätzlich seit Jahren verschleppt, um sich reihum zusätzliche Mandate zuzuschachern.

Ehe für alle: Erste Anfragen bei Münchner Standesämtern

Ach - plötzlich geht doch was schnell im Hohen Haus? Der Vorgang erzählt uns viel über die Qualität dieses Parlaments. Und hat eigentlich nur einen Vorteil: Das sensible Thema Ehe und Adoptionsrecht ist nun der Hektik und Polemik des Wahlkampfes weitgehend entzogen.

Bayern prüft Klage gegen Ehe für alle

Christian Deutschländer

Rubriklistenbild: © fkn

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