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MM-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Amerikas giftiges Jobwunder

Kommentar: Trumponomics

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Gerade aus Deutschland - und hier wiederum besonders aus der AfD - erfährt Amerikas neuer Präsident Donald Trump viel Zustimmung. Warum eigentlich, fragt Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis. Schließlich dürfte unsere vom Export abhängige Wirtschaft unter Amerikas neuem Kurs der Abschottung besonders stark leiden.  

Er werde, hat Donald Trump in der ihm eigenen Bescheidenheit gesagt, „der großartigste Jobproduzent sein, den Gott jemals schuf“. Und siehe da, das erste Wunder hat der neue Präsident schon an seinem ersten Arbeitstag bewirkt: Die am Montag von ihm ins Weiße Haus zitierten US-Konzernchefs, von denen sich nicht wenige bislang selbst für gottgleich hielten, waren plötzlich so klein, dass sie mühelos in Trumps Sakkotasche hätten schlüpfen können. Das war ziemlich komisch. Aber so lustig wird es nicht weitergehen. Davon können nicht nur die Mexikaner ein Lied singen, denen Trump gestern den Bau der Mauer verkündete – per Twitter und geschmackvollerweise zur selben Zeit, da sich eine mexikanische Regierungsdelegation bang auf den Weg nach Washington machte, um den neuen Chef im Weißen Haus ein wenig gnädig zu stimmen.

Seit dieser Woche verstehen wir etwas besser, wie Donald Make-America-great-again-Trump Millionen Arbeitsplätze in die USA zurückholen will. Es ist ein explosiver Mix aus kreditfinanzierter Aufblähung der Staatsausgaben, Zöllen und Handelsrestriktionen, Währungsmanipulationen und einem Steuerkrieg, den er dem Rest der Welt erklärt, indem er die Unternehmensabgaben für heimische Wertschöpfung radikal senkt und importierte Vorprodukte steuerlich belastet. Eine Schlüsselrolle bei den „Trumponomics“ spielt der Dollar, den der neue Präsident mit der Bemerkung „it is killing us“ gegenüber Euro und Yen sogleich in den Keller schickte – auch das verteuert Importe zugunsten heimischer Produktion.

Dieses Programm atmet mit jeder Pore das Recht des Stärkeren. Und es wirkt – kurzfristig. Auf längere Sicht aber wird sich die giftige Rezeptur aus der Hexenküche des Protektionismus gegen die USA wenden. Wenn die Schulden explodieren, die tief gedemütigten Handelspartner zum Gegenschlag ausholen und verteuerte Importe den Lebensstandard der Amerikaner senken. Trump kann’s egal sein: Die Scherben wird dann sein Nachfolger zusammenkehren müssen. Die Jobs, die der Milliardär bis dahin in god’s own country herbeigezaubert hat, werden aber anderswo verschwunden sein. Das muss wissen, wer Trump heute im Exportland Deutschland so begeistert zujubelt.

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