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Alexander Weber.

Aktivisten der Sea-Watch

Kommentar zum Zwischenfall im Mittelmeer: Keine Heldentat

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Bei der Rettung von Flüchtlingen gerieten die libysche Küstenwache und ein Boot mit deutschen Aktivisten aneinander. Der Zwischenfall zeigt, dass die Aktion keine Heldentat der Helfer war. Ein Kommentar.

Sein Geld, seine Freizeit und seine eigene Gesundheit für Menschen in Not einzusetzen, ist aller Ehren wert – so wie das Bemühen vieler Hilfsorganisationen, Menschen auf ihren Seelenverkäufern im Mittelmeer vor dem Tod durch Ertrinken zu retten. Der aktuelle Zwischenfall vor der libyschen Küste mit dem Helferschiff Sea-Watch zeigt aber auch die Grenzen mancher Aktion auf: Hier geht es nicht um Rettung von Menschenleben, sondern im Endeffekt um Beteiligung an illegaler Einwanderung nach Europa.

Die EU bemüht sich seit 2015 intensiv, gegen die Schleppernetzwerke vor allem im Bürgerkriegsland Libyen vorzugehen, von dessen Küste aus Hunderttausende Migranten aus Afrika und Asien via Mittelmeer nach Europa geschleust werden sollen. Ein Teil dieser Bemühungen ist die Ausbildung einer libyschen, nicht korrupten Küstenwache, die den Schleusern im Land das Handwerk legt, indem sie die Fahrt aufs Meer in überladenen Booten schon nach wenigen Seemeilen stoppt und die Menschen zurück an Land bringt. Das heißt: Die Flüchtlinge geraten gar nicht erst in Lebensgefahr, und die Schleuser verlieren ihre Geschäftsgrundlage. Genau dies ist in libyschen Gewässern geschehen. Dass die Sea Watch versucht hat, dies zu verhindern, war keine Heldentat.

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