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Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Petry geht, Höcke kommt

Kommentar zur AfD: Die Masken fallen

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Während Frauke Petry die Gründung einer neuen Partei plant, will der Rest der Alternativen Rechtsaußen Björn Höcke in den Vorstand befördern. Warum das alles erst nach der Bundestagswahl passiert, hat einen bestimmten Grund. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

In der AfD werden nach der Wahl sorgsam gehütete Geheimnisse gelüftet: Den offenbar seit Monaten akribibisch vorbereiteten Fraktions- und Parteiaustritten der AfD-Co-Chefin Frauke Petry und ihres Ehemanns Marcus Pretzell sowie einiger Getreuer folgen nun sehr konkrete Planungen zur Gründung einer Partei namens „Die Blauen“.

Just zur gleichen Zeit wird publik, dass es hinter den Kulissen der Rest-AfD ebenso konkrete Überlegungen gibt, den Rechtsaußen Björn Höcke, der das Holocaust-Denkmal ein „Denkmal der Schande“ nennt und gegen den Petry ein Parteiausschlussverfahren angestrengt hatte, in den Vorstand zu befördern – und auch an die Parteispitze, als neuer Tandempartner von Jörg Meuthen? Mit Björn Höcke träte der Mann auf die große Bühne der „Alternative für Deutschland“, der längst als deren Vordenker und spiritueller Anführer gilt. Ein Mann, von dem das Magazin „Cicero“ kürzlich treffend schrieb, er rede und denke im Ton des Sportpalasts.

In der AfD beginnen die Masken zu fallen. Bezeichnenderweise erst nach der Wahl. Das hat seinen Grund. Die ganze Wahrheit wollten die verfeindeten Protagonisten der Partei, die den Bürgern reinen Wein über die angeblich so verzweifelte Lage Deutschlands einzuschenken versprach, ihren Wählern vorher wohl doch nicht zumuten.

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