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Merkur-Redakteur Friedemann Diederichs.

Geheim-Akten über US-Präsident

Kommentar zur Akte John F. Kennedy: Zeit für reinen Wein

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Auch nach Donald Trumps Ankündigung, die Geheim-Akten über John F. Kennedy veröffentlichen zu wollen, sollte man jedem neu veröffentlichten Fakt zunächst mit Zweifeln gegenüberzustehen. Ein Kommentar von Friedemann Diederichs. 

Donald Trumps überraschende Ankündigung, die letzten noch versiegelten Unterlagen zum Mord an Ex-Präsident John F. Kennedy aller Voraussicht nach für die Öffentlichkeit freizugeben, hat insbesondere beim Geheimdienst CIA heftigste Abwehrreaktionen ausgelöst. Dieser Proteststurm scheint übertrieben, liegt das Attentat doch mehr als 50 Jahre zurück. Wem also könnten unangenehme Enthüllungen jetzt noch schaden? Die paranoide CIA fürchtet aber immer noch Negativschlagzeilen, die bis hin zu einer Verschwörung von CIA-Agenten gegen den Präsidenten reichen könnten. Ist es jedoch nicht an der Zeit, dem amerikanischen Volk – das bisher mit den wenig überzeugenden Fakten der Warren-Ermittlungskommission abgespeist wurde – endlich mehr reinen Wein einzuschenken?

Ob man an Harvey Lee Oswald als Einzeltäter glaubt oder ob man eine der vielen anderen Theorien vertritt – man wird gut daran tun, jedem neu veröffentlichten Fakt zunächst mit Zweifeln gegenüberzustehen. Allein die Tatsache, dass ein eigentlich eindeutiges Beweismittel wie der Zapruder-Film vom Moment der Ermordung heute in verschiedensten Versionen existiert, sollte dafür ausreichen, nicht jedes Dokument für bare Münze zu nehmen. Was letztendlich als „Wahrheit“ angesehen wird, könnte also weiter im Auge des Betrachters liegen. Und vielleicht entsprang die Ankündigung Trumps auch nur einer momentanen Laune.

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