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MM-Redakteur Christian Deutschländer

Nachfolgefrage

Kommentar zur CSU und der Urwahl-Idee: Befriedende Wirkung

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Seit 10 Jahren hat die CSU nicht mehr so erbittert um eine Personalie gestritten, wie jetzt um die Nachfolge von Seehofer. Eine Urwahl birgt zwar Risiken, aber auch große Chancen für die zerstrittenen Lager, meint Politik-Redakteur Christian Deutschländer.

Wenn sich der Berliner Jamaika-Nebel irgendwann lichtet und die CSU einen klaren Blick auf ihre eigene Lage richten kann, ist es Zeit für zwei Erkenntnisse. Erstens: Horst Seehofer hat kein politisches Mittel mehr, um Markus Söder von der Nachfolgefrage ganz auszuschließen. Zweitens: Wenn Söder Bayerns Landesvater wird, erzeugt das Verwerfungen bei seinen Gegnern; so stark polarisiert er, dass spürbare Gruppen auf allen Ebenen sich von ihrer Partei abwenden würden. Eine Ämterteilung würde das wohl mildern, aber nicht verhindern.

Dass die CSU-Spitze in dieser schwierigen Lage über eine Urwahl nachzudenken beginnt, enthält bestechende Aspekte. Seit einem Jahrzehnt hat sich die Partei nicht mehr über eine Personalfrage so erbittert gestritten wie über diese. Die Parteigremien sind handlungsfähig, sie könnten das schon mit Mehrheit entscheiden – wer aber befrieden will, versöhnen will bis hinunter in die über Söder debattierenden Ortsverbände, versucht das nach demokratischem Brauch am besten mit einem breiten Votum. Eine Urwahl birgt Risiken – einen aus dem Ruder laufenden Wahlkampf zum Beispiel. Die Chancen wären aber groß: Höhere Akzeptanz für die Entscheidung, und die Pflicht auch für Unterlegene und ihre Lager, sich ins maximaldemokratische Resultat zu fügen. Genau das wäre für jeden Spitzenkandidaten extrem wichtig: Ohne regionale Listenführer wie Söder, Ilse Aigner oder Barbara Stamm sähe es für die CSU 2018 zappenduster aus.

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