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Amtsinhaberin und Herausforderer: AfD-Chefin Frauke Petry, AfD-Chef Jörg Meuthen.

Kampfansage zum ungünstigen Zeitpunkt

Kommentar zur AfD-Führungskrise vor der Wahl: Immer neues Chaos

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Die AfD-Spitze hackt weiter auf Parteichefin Frauke Petry herum - und demontiert die AfD damit selbst. Merkur-Redakteur Sebastian Dorn kommentiert den Streit kurz vor der Wahl.

München - Zugegeben: Eine große Hilfe war AfD-Chefin Frauke Petry im Wahlkampf noch nicht. Seit dem Parteitag im April, bei dem sie und ihre moderate Linie von den Mitgliedern gnadenlos abgewatscht wurden, ist wenig zu hören von der Frau, die sich einst selbst an die Spitze geputscht hatte und danach so gerne und so oft polarisierte. Dass die AfD-Spitzenleute um Jörg Meuthen und Alexander Gauland aber 40 Tage vor der Wahl öffentlich auf Petry herumhacken und sogar ihre politische Zukunft infrage stellen, hilft der AfD auch nicht. Im Gegenteil.

Bundestagswahl 2017: AfD stagniert in aktueller Umfrage bei 8 Prozent

Meuthens Ankündigung, Petry im Dezember auch den Bundesvorsitz wegnehmen zu wollen, kommt zum ungünstigsten Zeitpunkt und ist ein weiterer Schritt zur selbst eingeleiteten Demontage der Partei. In der AfD haben sich eben nicht nur diejenigen zusammengetan, die Deutschlands Politik nach rechts rücken wollen. Dort tummeln sich viele zerstrittene Selbstdarsteller, denen es nur um persönliche Befindlichkeiten und Ämter geht. Um ernstgenommen zu werden, bräuchte die AfD endlich eine klare Linie und Personal, das diese Linie auch befolgt. Stattdessen sorgt die Parteispitze lieber für immer neues Chaos.

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Sebastian Dorn

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