Seehofer und das G9

Kommentar: Der Bauch des Regenten

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Am kommenden Mittwoch soll die Entscheidung über die Zukunft der bayerischen Gymnasien fallen. Mit Horst Seehofers wiederholten Alleinentscheidungen und seinem Gespür für Volkes Groll sind Bayern und die CSU bisher gut gefahren. Ein Kommentar von Christian Deutschländer.

Wenn Bayerns Schüler im G9 künftig mehr Staatskunde lernen, ist das großartig. Sie werden über Gewaltenteilung unterrichtet und die zentrale Rolle des Parlaments. Vielleicht sogar über das Ressortprinzip, die hohe Verantwortung jedes Ministers in Bayern. Kurios daran ist: Das Entstehen der Beschlüsse zur Gymnasialreform widerspricht jeder Verfassungstheorie fundamental.

Die Preisgabe des achtjährigen Gymnasiums begann als Alleingang des Ministerpräsidenten. Der zuständige Kultusminister hatte zu folgen und Details zu liefern (oder andernfalls seinen Rücktritt einzureichen). Der Widerstand der glorreichen Landtagsfraktion gegen das G9 schmolz dahin wie Butter in der Sonne. Einen Großteil der letzten Kritiker stimmt die Staatsregierung einfach mit einem großen Bildungspaket aus zusätzlichen Stellen für alle Schulen um – also mit Millionen.

Alle Staatsgewalt geht vom Bauch des Ministerpräsidenten aus. Zur Wahrheit zählt: Mit Horst Seehofers wiederholten Alleinentscheidungen und seinem Gespür für Volkes Groll sind Bayern und die CSU bisher gut gefahren. Das zeigt: Seehofers Rolle in der Landespolitik ist zentraler denn je. Seine persönliche Verantwortung für die Wahlergebnisse vor allem 2018 allerdings dann auch.

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