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Es kommentiert Mike Schier. 

Kommt jetzt ein selbstbewusstes Signal?

Kommentar zur Klausur der CSU-Landesgruppe: Im Schatten Münchens

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München - Für die CSU-Landesgruppe startet das neue Jahr mit einer wichtigen Weichenstellung für die Bundestagswahl 2017: Bei ihrer traditionellen Winterklausur in dieser Woche könnten die Bundestagsabgeordneten einen deutlich kritischeren Kurs zur CDU einschlagen. Ein Kommentar. 

Der Mythos ist weg: Erstmals seit 40 Jahren tagt die CSU-Landesgruppe im Wahljahr 2017 nicht mehr im historisch aufgeladenen Wildbad Kreuth. Von dort dominierte die Partei jahrelang die politische Debatte in den ersten Januartagen. Man polterte und schepperte – erinnert sei nur an den Slogan: „Wer betrügt, fliegt“. Auch diesmal hat die Landesgruppe wieder ein paar Papiere verfasst – doch wenn man genauer hinsieht, waren darin kaum wirklich neue Impulse für die Bundestagswahl zu finden.

Damit verstetigt sich ein Trend der letzten Jahre: Die Richtung der CSU-Bundespolitik wird allein in München vorgegeben. Horst Seehofer dominiert alles. Selbst in den Talkshows sitzen meist nur die pointierten Münchner Kabinetts-Schwergewichte wie Joachim Herrmann und Markus Söder, die selbst den Schritt in den Bundestag (bislang) scheuen. Der Landesgruppe blieb unter der bedächtigen Gerda Hasselfeldt nur, das mit der CDU zerschlagene Porzellan aufzusammeln – auf Dauer etwas wenig.

Die Berliner CSU steht nicht nur bei der Wahl ihres Konferenzortes vor einem Neuanfang: Für die Wahl muss sie sich personell überzeugend aufstellen – politische Talente wären vorhanden. Doch solange kein selbstbewusstes Signal kommt, wird Seehofer im Alleingang entscheiden.

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