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Merkur-Redakteur Christian Deutschländer.

Orgie der Gewalt bei G20-Gipfel

Kommentar zu Hamburger Krawallen: Ein Gipfel der Abgründe

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Der G20-Gipfel in Hamburg ist vorbei. Im Gedächtnis bleiben wird wohl vor allem die Krawalle auf den Straßen. Das könnte Folgen für einige Politiker haben.

München - Das düstere Gipfelwochenende von Hamburg enthält nur einen erheiternden Moment. Mit seiner Orgie von Gewalt und blindem Hass verwüstete der Mob vor allem das linksalternative Schanzenviertel. Ausgerechnet jenes Areal, in dem erhebliche Teile der Bewohner mit der Eskalation des G20-Protests sympathisieren, wo der Schwarze Block teils selbst Unterschlupf gefunden hatte.

Anwohnervertreter jammern, man habe ja Verständnis für Exzesse, „aber doch bitte nicht im eigenen Viertel“. Kein Zweifel: Hier waren Deutschlands dümmste Chaoten am Werk. Das Lachen aber erstirbt schnell beim näheren Blick auf die Gewaltnächte, auf hunderte Verletzte, auf Details wie zerstörte Hilfsprojekte und Kleinbetriebe, auf mitmarschierende Antisemiten und Extremisten; auf die Kosten und vor allem auf das Ausmaß an politischem Versagen in Hamburg und Berlin.

News-Blog zum G20-Gipfel: Alle Entwicklungen in Hamburg

Kanzlerin naiv und realitätsblind, Bürgermeister mit fataler Fehleinschätzung

Es war naiv und realitätsblind von der Kanzlerin, sich vom Großstadt-Gipfel schöne Bilder für den Wahlkampf zu erhoffen. Bilder? Oh ja: Viertel in Flammen. Ebenso fatal war die Fehleinschätzung des Hamburger Bürgermeisters Olaf Scholz, das bisschen Sicherheit kriege er schon hin.

Sein Desaster-Satz „Wir richten ja auch jährlich den Hafengeburtstag aus“ zeigt, dass er das Gewaltpotenzial der Täter, denen es ja um Krawall und nicht um Kapitalismuskritik geht, grotesk unterschätzte. Seine Wähler sollten sich das merken. Wer Gipfel nicht kann, soll keine Gipfel ausrichten. Es war von Anfang an falsch, die G20 in Hamburgs Innenstadt tagen zu lassen und dem rot-grünen Senat die Sicherheit anzuvertrauen.

Hamburgs Polizeipräsident zieht gemischte Bilanz des G20-Einsatzes

Kritik erst nach gründlicher Aufarbeitung möglich

Vom Schreibtisch aus die Polizeitaktik zu kritisieren - zu hart, weich, spät, unnötig eskalierend? - wäre wohlfeil. Das bedarf gründlicherer Aufarbeitung. Klar ist aber: Unser Sicherheitsapparat müsste in der Lage sein, wochenlang angekündigte schwerste Gewalttaten (wer Pflastersteine auf Menschen wirft, nimmt Todesfälle in Kauf) eines überschaubaren Mobs zu stoppen.

Auf Gewaltlust kann der Staat nur mit Härte antworten. Dieser Staat hat in Scholz’ Hamburg versagt. Übrigens auch zum Leidwesen jener Demonstranten, die legitimen Protest gegen G20 laut, aber friedlich vortragen wollten.

Christian Deutschländer

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