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Politik-Redakteur Christian Deutschländer.

Risiko Berlin

Kommentar zur Nominierung Herrmanns: Riskantes Heilsversprechen

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Die Bereitschaft Joachim Herrmanns für die CSU in den Bundestag zu gehen, birgt auch Risiken. Denn in Berlin warten einige nur darauf ihn auflaufen zu lassen. Ein Kommentar von Christian Deutschländer. 

Das neue Heilsversprechen der CSU kommt aus Franken: Joachim Herrmanns Bereitschaft, doch nach Berlin zu wechseln, ist gut für die Union. Er als Schatten-Bundesinnenminister – das ist die personifizierte Zusage einer besseren Sicherheitspolitik. Amtsinhaber de Maizière (CDU) hat mit Zauderei und desaströser Kommunikation („Antworten würden Sie verunsichern“) das Vertrauen in die Innenpolitik der Union beschädigt. Er ist hinter anderen Aktendeckeln besser aufgehoben.

Trotzdem gehen Herrmann und die CSU Risiken mit dem Wechsel-Plan ein. Die Erwartungen an den Bayern sind hoch (wie auch manche Vorurteile gegen ihn), die Sicherheitslage im Land ist schwer kalkulierbar. Ein Bundesinnenminister lebt Tag und Nacht auf dem Nagelbrett. Auch sind die Ministerien in Berlin mit ihrem politischen, teils illoyalen Beamtentum schwerer zu führen als der gut aufgestellte Apparat in Bayern. In Berlin warten viele nur darauf, Herrmann auflaufen zu lassen.

Hinzu kommt: Herrmanns Weggang aus München, wo er sich zu einem zentralen Minister mit Milliardenetat entwickelt hat, wäre schwer zu kompensieren. Ein Jahr vor der Landtagswahl 2018 kann sich Seehofer auf dieser Stelle keinen Missgriff erlauben. Eine große, mutige Kabinettsumbildung wäre wohl unumgänglich.

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