Mann verletzt mit Messer mehrere Menschen am Rosenheimer Platz: Täter flüchtig

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Sieger des Wahlkrimis in Österreich: Alexander Van der Bellen ist neuer Bundespräsident der Alpenrepublik.

Nach dem Erfolg über FPÖ-Politiker 

Kommentar zur Wahl in Österreich: Ein Votum für die Vernunft

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München - Alexander Van der Bellen wird neuer Bundespräsident von Österreich. Das ist ein gutes Zeichen für Europa. Dennoch droht weiterhin ein Ruck nach Rechts.

Österreich hat gewählt - und sich für Alexander Van der Bellen entschieden. Und zwar unerwartet deutlich. Die Österreicher setzen damit ein Zeichen - für eine menschliche Politik, gegen Ausgrenzung und für Respekt! Obwohl Alexander van der Bellen alles andere ist als ein Charismatiker. Aber der 72-jährige Wirtschaftswissenschaftler hat es offensichtlich verstanden, den Wählern zu vermitteln, dass in Krisenzeiten Vernunft und Kompromisse mehr Erfolg versprechen als nationale Alleingänge.

Der Siegeszug der Rechtspopulisten in Europa ist damit gestoppt. Zumindest vorerst. Denn die Probleme bleiben: die hohe Arbeitslosigkeit in vielen EU-Ländern, die Per­s­pektivlosigkeit vieler Jugendlicher, die Angst vor Globalisierung und der digitalen Revolution - und dem Zuzug von Flüchtlingen. Und deshalb wird man auch erst wenn im März die Niederländer und im Mai die Franzosen gewählt haben, wissen, wohin Europa wirklich steuert. Denn in den Niederlanden liegt die Ein-Mann-Show Geert Wilders mit seiner rechten PVV in den Umfragen vorn. Und in Frankreich werden Marine Le Pen und ihrem Front National gute Chancen eingeräumt, bei den Präsidentschaftswahlen zumindest die Stichwahlen zu erreichen.

Österreich als Signal der Hoffnung

tz-Redakteur Wolfgang DePonte.

Aber Österreich ist ein Signal der Hoffnung - und ein Grund, die Zukunft Europas weiterhin nicht (nur) Schwarz zu malen. Denn die Österreicher haben sich für die Vernunft und die Suche nach differenzierten Antworten entschieden und gegen dumpfe Parolen. Für das politische Establishment darf das aber noch lange kein Grund sein, sich jetzt zurückzulehnen.

Im Gegenteil. Die etablierten Kräfte sind jetzt besonders gefordert. Sie müssen zeigen, dass sie und damit auch Europa handlungsfähig sind. Die Österreich-Wahl zeigt, dass Politiker keine populistischen Sprüche brauchen, um Erfolg zu haben. Die Mehrheit der Bürger weiß, dass es in dieser Welt keine einfachen Lösungen mehr gibt. Sie wünschen sich vor allem eins: ehrliche Arbeit.

Das Ergebnis der Österreich-Wahl ist eine neue Chance für Europa. Sie sollte genutzt werden.

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