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Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis

Die ARD und die Kriegsverherrlicherin im Nikab

Kommentar: Geisterstunde bei Anne Will

Weitgehend ungestört von lästigen Fragen der Talkmasterin durfte eine Schweizerin im Niqab bei Anne Will den Krieg des IS in Syrien preisen. Die Mitdiskutanten Wolfgang Bosbach und Ahmad Mansour waren empört. Zu Recht.   

In Rakka lachen sich die Kopfabschneider des „Islamischen Staates“ tot: Dschihad-Werbung für ein Millionenpublikum auf Gebührenzahlerkosten – so blöd können nur die Deutschen sein. Dieselben Deutschen, die dutzende IS-Terroristen ohne Kontrollen in ihr Land gelassen haben. Danke „Anne Will“, danke ARD, danke GEZ!

Dass die Talk-Queen einer vollverschleierten Schweizer IS-Propagandistin erlaubt, ausführlich ihre kruden Rechtfertigungen für den Marsch in den „Heiligen Krieg“ nach Syrien auszubreiten, ist Zumutung genug. Vollends verlogen aber wird es, wenn der NDR den gespenstischen Auftritt einer selbst in Islamkreisen als Sektiererin verrufenen Hetzerin zur Grundlage einer „angemessenen wie notwendigen Auseinandersetzung“ verklärt. Wäre es darum gegangen, die kranke Gedankenwelt der Dschihadisten zu erforschen, hätte es genügt, einen Aussteiger von seinen Erfahrungen berichten zu lassen. Nur hätte der sich dem Publikum vor den Fernsehern nicht ganz so plakativ verkaufen lassen wie die Schweizerin im Niqab.

Nein, es ging nicht um die von den öffentlich-rechtlichen Sendern wie eine Monstranz vor sich hergetragenen Aufklärungs- und Informationsauftrag. Sondern um Quote und Sensation. Um eine Geisterstunde in der ARD. Die kriegen die Privaten genauso gut hin. Und vor allem: billiger.

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