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Kommentiert die Trauerfeier für Helmut Kohl: Merkur-Redakteur Marcus Mäckler.

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Trauerfeier für Helmut Kohl: Symbol der Einheit

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Der Trauerakt für Helmut Kohl war seiner würdig, sie hätte dem Europäer gefallen. Da ist es nicht so schlimm, dass es keinen deutschen Staatsakt gab, kommentiert Merkur-Redakteur Marcus Mäckler.

München - Über die Trauerfeierlichkeiten für einen Staatsmann wurde selten so emotional gestritten wie im Falle Helmut Kohls. Manche meinten gar, die Deutschen seien um ihren Einheitskanzler betrogen worden - kein nationaler Staatsakt, kein Abschied, hieß es. Der Vorwurf ist leicht umkehrbar: Hätte es nur einen deutschen Staatsakt gegeben, wäre Europa nicht um die Chance des Abschiednehmens betrogen worden?

Trauerfeier für Kohl: „Es war sehr bewegend“

Ob die Zeremonie im Straßburger EU-Parlament Kohls Wille war, sei dahingestellt. Sicher ist: Sie war seiner würdig, sie hätte ihm, dem großen und nicht uneitlen Europäer, gefallen. Voll des aufrichtigen Respekts sprachen die Redner von den Verdiensten des Altkanzlers, zu denen nicht nur die deutsche Einheit, sondern auch das Mitwirken an der Versöhnung Europas gehören. Nirgendwo sonst wären ihre Worte kraftvoller gewesen als in Straßburg, dem Zentrum dieser kriselnden Union.

News-Blog zur Trauerzeremonie für Helmut Kohl

Kein Staatsakt? Den Staat Europa gibt es nicht, aber am Samstag fühlte es sich für einige Momente so an, als wäre man sich bewusster geworden, welchen Wert ein gutes Miteinander hat. Auch im Tod ist Helmut Kohl ein Symbol der Einheit geblieben. Der europäischen Einheit. Die Deutschen sollten stolz darauf sein.

Marcus Mäckler

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