Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis

Studie: 56% der Bayern muslimfeindlich

Kommentar: Sind die Bayern Problembürger?

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Bundesweit Beachtung fand gestern eine Umfrage der Uni München, wonach 56 Prozent der Bayern muslimfeindlich sein sollen.  Schon fordern die Grünen einen staatlichen Aktionsplan. Eine Unverschämtheit, findet unser Autor Georg Anastasiadis

Sind „die“ Bayern, was man in Merkels Berlin schon lange argwöhnt: muslimfeindlich? Eine (von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung mitfinanzierte) Umfrage der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität glaubt genau das herausgefunden zu haben. Die Autoren der Studie bescheinigen immerhin 56 Prozent der befragten Bürger eine „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“. Die Beweisführung ist freilich gewagt: Schon die Bejahung der These „die Sitten und Bräuche des Islam sind mir nicht geheuer“ reichte, um sich dem Verdacht auszusetzen, gegenüber Muslimen „menschenfeindlich“ eingestellt zu sein.

Das ist, um es mit einem Wort zu sagen, ziemlich unverschämt. Leider folgt die damit bezweckte Stigmatisierung weiter Teile der Bevölkerung bis weit in die Mitte der Gesellschaft hinein einem Muster, das schon in der Flüchtlingsdebatte zu beobachten war: Wer die vielen Neuankömmlinge nicht mit Refugees-welcome-Plakaten begrüßte, sondern mit Sorgen, fand sich mit einem Bein im gesellschaftlichen Abseits (oder Schlimmerem) wieder. Selbstverständlich gibt es, in Bayern wie anderswo, Islamophobie und eine steigende Zahl nicht zu akzeptierender Straftaten. Aber es ist infam, mehr als die halbe Bevölkerung zu Problembürgern abzustempeln, um sie, wie die Grünen prompt fordern, anschließend zum Zielobjekt eines „wirksamen (staatlichen) Handlungskonzepts gegen Rechtsextremismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ zu machen. Das Ergebnis wäre wohl weniger ein Land der Menschenfreunde als vielmehr wachsender Überdruss über Erziehungsversuche, wie man/frau politisch korrekt zu denken hat.

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