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Mike Schier.

Was tun gegen den SPD-Kandidaten

Kommentar zur Union im Wahlkampf: Ohne Strategie gegen Schulz

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München - In seinem Kommntar zur Union im Bundestagswahlkampf 2017 meint Mike Schier: Noch gibt es keine Strategie gegen Martin Schulz.

Sie haben sich ganz fest vorgenommen, nicht mehr zu streiten: Kein böses Wort mehr der CSU über die Bundeskanzlerin oder die CDU! Vielleicht wirkt es ja deshalb so verzweifelt, wie die Christsozialen täglich versuchen, das Konrad-Adenauer-Haus zum Wahlkampf gegen Martin Schulz zu animieren. Bislang verhallen die Rufe aus München ungehört – auch nach zwei Monaten ist keine Strategie der Union im Umgang mit dem Schulz-Hype zu erkennen. Stattdessen schwanken die Schwestern zwischen zwei Polen: Hier CSU-Haudrauf Andreas Scheuer, der den SPD-Kandidaten nur noch mit Beinamen („Party-Schulz“, „Hü-und-Hott-Schulz“, „Brüssel-Schulz“) versieht. Dort CDU-Vize Armin Laschet, der überhaupt keine Veranlassung sieht, ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl offensiv in die Auseinandersetzung einzusteigen. Das ist ein, nun ja, innovativer Ansatz für einen, der schon im Mai als Spitzenkandidat in Nordrhein-Westfalen gegen die Schulz-SPD antreten muss.

Laschet kann nur hoffen, dass den Genossen die rauschhafte Verehrung ihres Kandidaten selbst irgendwann peinlich wird – und mit dem Kater wieder der selbstkritische Verstand einsetzt. Sowohl Schulz’ Begründung für die Absage des Koalitionsausschusses am 29. März (der neue SPD-Chef geht lieber auf eine Fraktionsparty), als auch das peinlich-geschmacklose Computerspiel („Schulzzug – the Game“) sind erste Signale dafür, dass im Willy-Brandt-Haus vor lauter Hype die Bodenhaftung verloren zu gehen droht. Nur: Verlassen sollte sich die Union darauf besser nicht.

Statt sich planlos an Schulz abzuarbeiten, müsste die Union endlich eigene Impulse setzen. Das „Ihr kennt mich“ der Angela Merkel von 2013 funktioniert nicht mehr, zu viele haben das Urvertrauen verloren. Nach zwölf Merkel-Jahren wäre ein Aufbruch nötig, der nur inhaltlich erfolgen kann. Nun aber lässt sich die Union von Schulz die Themen diktieren. Mit ihrer trotzigen Antwort („Deutschland geht es gut“) wird die Union die Wahl nicht gewinnen.

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Mike.Schier@merkur.de

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