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MM-Redakteur Alexander Weber. 

Vorwahl der Konservativen in Frankreich

Kommentar: Der Anti-Trump

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Die nächste Wahlüberraschung des Jahres 2016: Vier Millionen Franzosen haben nicht die erklärten Favoriten Juppé und Sarkozy auf den Präsidentschaftsschild der Konservativen gehoben, sondern mit Francois Fillon das genaue Gegenteil des politischen Typus à la US-Trump und Brexit-Johnson.

Viel politische Erfahrung statt Populismus, klare Positionen und Werte statt gezielter Tabubrüche. Und: Möchtegern-Napoleon Nicolas Sarkozy, der glaubte, mit Parolen des Front National auf der Protestwelle wieder in den Elysée-Palast surfen zu können, wurde in Polit-Rente geschickt. Im Zweifel wählen Bürger das Original, nicht die Kopie.

Der Ausgang der Stichwahl am kommenden Sonntag hat strategische Bedeutung für den Wahlkampf im Frühjahr. Juppé wäre derjenige Kandidat, der in einem zweiten Wahlgang wohl leichter für die französische Linke wählbar wäre – wenn die Alternative Marine Le Pen heißt. Fillon dagegen wäre nicht nur der Bewerber, dessen wirtschaftsliberaler Reformkurs Frankreich endlich aus der finanz- und wirtschaftspolitischen Schieflage führen könnte, sondern auch ein Mann, der mit seinem stramm konservativen Profil ein Bollwerk gegen die Abwanderung bürgerlicher Wähler hin zu Le Pen sein könnte.

Noch ist das Wahltableau nicht vollständig besetzt. Es wird Zeit, dass der sozialistische Amtsinhaber François Hollande der Realität Rechnung trägt und erklärt, dass er nicht wieder antritt. Und es gibt einen Außenseiter mit Überraschungspotenzial: Emmanuel Macron. Seine Außenseiterstellung jenseits der Parteien eröffnet dem Linksintellektuellen jene Chance, die die anderen Wahlsieger des Jahres 2016 bereits für sich genutzt haben.

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