Markus Söder bei einer Pressekonferenz, daneben Kommentator Georg Anastasiadis
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Ein Kommentar von Georg Anastasiadis

Kommentar zur Sachsen-Anhalt-Wahl

CSU-Träume um „schwarzen Riesen“ geplatzt: Die Union kann auch ohne Söder siegen

  • Georg Anastasiadis
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Der Triumph von Haseloffs CDU und schwache Abschneiden der Grünen in Sachsen-Anhalt mischen vor der Bundestagswahl die Karten neu. Zu den Verlierern gehört auch Söder. Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Der vom Ost-Beauftragten der Bundesregierung befürchtete Untergang der Demokratie in den „diktatursozialisierten“ neuen Bundesländern ist abgesagt: Links- und vor allem Rechtsradikale haben bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nicht den befürchteten Durchmarsch angetreten. Im Gegenteil. Schon die Prognosen zeigten: Der Zenit der rechten Schreihälse scheint überschritten; ein Fiasko erlebten gar die Ex-Kommunisten.

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: CDU deklassiert „Alternative“ - Laschet darf sich freuen

Zugelegt haben stattdessen die „Altparteien“, mit Ausnahme der ältesten unter ihnen, der SPD, deren Markenkern jenseits der Genderei sich den Wählern einfach nicht mehr erschließt. Spektakulär dagegen der Erfolg der CDU: Sie deklassiert entgegen allen Unkenrufen im Magdeburger Landtag die dort besonders radikale „Alternative“. Deren Schlachtruf „Wir sind das Volk“ ist seit gestern mehr denn je eine schwer erträgliche demokratische Machtanmaßung.

Auch wenn der CDU-Triumph dem überaus populären CDU-Landesvater Reiner Haseloff gehört: Freuen darf sich auch der neue CDU-Chef Armin Laschet. Wie Haseloff schloss er jede Kooperation mit der AfD aus, machte aber zugleich klar, dass er, ganz anders als Merkel, um die Wähler der demokratischen Rechten wieder kämpfen will. Deshalb erträgt der liberale Laschet auch Wahlkämpfer wie Merz und Maaßen. Nicht um die CDU nach rechts zu rücken. Sondern um sie als Volkspartei wieder zu verbreitern. Anders als die Kanzlerin gibt Laschet den Osten und seine häufig konservativ eingestellten Wähler nicht auf. In Sachsen-Anhalt ging diese Strategie voll auf.

Sachsen-Anhalt lässt CSU-Träume platzen: CDU kann ohne den „schwarzen Riesen“ Söder siegen

So war es am Ende nicht Laschet, dessen Kanzlerkandidatur gestern eine harte Landung hinlegte. Auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurden – nach Benzinpreisdebatte und den Fragezeichen um den geschönten Lebenslauf von Annalena Baerbock – vielmehr die grünen Höhenflieger. Geplatzt sind damit alle Münchner Blütenträume, die Union werde vor der Bundestagswahl in letzter Minute doch noch nach dem Retter Markus Söder rufen. Der sparte bis zuletzt nicht mit Sticheleien gegen Laschet. Haseloff hätte den CSU-Chef gern als Kanzlerkandidaten gehabt. Doch weiß die CDU jetzt, dass sie auch ohne den schwarzen Riesen aus München siegen kann.

Georg Anastasiadis

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